2 Millionen Schaden

Die Summe der Unwetterschäden im vergangenen Jahr im Rheintal ist nun bekannt.

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Überschwemmtes Kulturland im Sommer 2013 im Rheintal. (Bild: pd)

Überschwemmtes Kulturland im Sommer 2013 im Rheintal. (Bild: pd)

RHEINTAL. Der St. Galler Bauernverband hat zusammen mit dem Verein Pro Kulturland und Hochwasserschutz (VPKH) die Unwetterschäden von Anfang Juni auf den Landwirtschaftsbetrieben im Rheintal erhoben. Die Schäden an Anlagen, Wies- und Weideland und in den Kulturen belaufen sich gemäss einer Medienmitteilung auf mehr als 2 Millionen Franken. Gemäss den Rückmeldungen sind lediglich ein Sechstel der Schäden durch eine Versicherung gedeckt.

Bis zum totalen Ertragsausfall

Die grossen Niederschläge von Ende Mai und Anfang Juni haben spürbare Schäden auf den Landwirtschaftsbetrieben im Rheintal hinterlassen. Von einem vorübergehenden Wachstumsstop über Mindererträge bis hin zu einem totalen Ertragsausfall: Die Erhebung der Schadensummen zeigt die Auswirkungen der Unwetter deutlich auf. In der Schadenerhebung nicht berücksichtigt sind die allfälligen Langzeitfolgen in den Böden des Rheintals. Verschlämmungen und Verdichtungen der obersten Erdschichten könnten insbesondere bei den Spezialkulturen in den nächsten Jahren negative Folgen haben.

313 der insgesamt 394 Landwirtschaftsbetriebe im Rheintal haben die Schadenerhebung gemacht und die Daten zurückgesandt. Davon haben 151 Betriebe oder 48 Prozent einen Schaden gemeldet. Die Schadensumme beträgt pro Betrieb rund 14 000 Franken.

Bauern tragen Risiko selber

Ein grosser Teil der Schäden ist durch die Versicherungen nicht gedeckt. Das Risiko auf den Feldern wird durch die Landwirte meist selber getragen. Zu hoch sind die Versicherungsprämien und zudem steigen nach Schäden die Prämien aufgrund des Malus-System an.

Viele Bauern ziehen es deshalb vor, das Risiko selber zu übernehmen. Zumal solch grosse Schäden wie 2013 auch eher selten sind. Die Frage nach der Risikoabsicherung stellt sich jedoch allenfalls in Zukunft, wenn die Unwetter und die Regenmengen weiter zunehmen und ein zweckmässiger Hochwasserschutz fehlen würde.

Rund 60 Prozent der Schadensumme betreffen die Spezialkulturen. Allein bei den Beeren wurde ein Ertragsausfall von 270 000 Franken verzeichnet. Beim Mais – im Rheintal eine sehr wichtige Kultur – liegt der Schaden bei 220 000 Franken. Besonders betroffen von den Unwettern waren aber auch die Kartoffeln, der Spinat sowie Salat und Blumenkohl. Nicht ganz so bedeutend waren die Schäden am Wies- und Weideland. Obwohl über 170 Hektaren während mehrerer Tage oder sogar Wochen unter Wasser standen, ist die Schadensumme für die Landwirte noch einigermassen tragbar. Der Schaden pro Hektare liegt bei rund 1000 Franken.

Praxisgerechtere Lösungen

Inwieweit diese Erkenntnisse aus den Unwettern von 2013 beim künftigen Hochwasserschutz Einzug halten, ist noch ungewiss.

Es sei jedoch zwingend nötig, dass aufgrund der Erfahrungen künftig praxisgerechtere Lösungen für den Umgang mit Hochwasser getroffen werden, heisst es in der Medienmitteilung des St. Galler Bauernverbandes weiter. (pd)