15 Angebote sind noch strittig

Zehn hiesige und sieben auswärtige Spitäler und Kliniken finden sich auf der St. Galler Liste. Nicht alle angebotenen Leistungen wurden berücksichtigt – viele Differenzen sind ausgeräumt, aber nicht alle.

Regula Weik
Drucken
Teilen

ST. GALLEN. Die zehn St. Galler Akutspitäler finden sich allesamt auf der Liste – allerdings nicht alle mit dem gesamten beantragten Leistungsspektrum. Ein Blick auf die beantragten und schliesslich bewilligten Leistungen zeigt: Die St. Galler Spitäler mit privater Trägerschaft hatten deutlich mehr neue Leistungen beantragt als die öffentlichen.

Hundert Angebote «geklärt»

Über hundert strittige Leistungsangebote öffentlicher wie privater Spitäler und Kliniken sind vom Tisch – «nach klärenden Gesprächen» und «in gegenseitigem Einvernehmen», wie die Regierung festhält.

In 15 Fällen allerdings sind die Differenzen noch nicht ausgeräumt. So wurden der Klinik Stephanshorn in St. Gallen vierzehn Leistungsangebote nicht erteilt; der Thurklinik in Niederuzwil eines. Es handle sich weitestgehend um neue Leistungen. So seien in den Jahren 2012 und 2013 keine Fälle ausgewiesen worden, sagt Gesundheitschefin Heidi Hanselmann. «Oder um Leistungen, bei denen die vorgegebenen Mindestfallzahlen klar nicht erfüllt sind.»

«Gleiche Kriterien für alle»

Hat der Kanton bei der Vergabe der Leistungsgruppen und damit der Listenplätze «Heimatschutz» zugunsten der eigenen Spitäler betrieben? Heidi Hanselmann verneint. Die privaten Spitäler seien nach den gleichen Kriterien bewertet worden wie die öffentlichen; die Kriterien hätten für alle in gleichem Masse gegolten – «würden wir dem nicht Rechnung tragen, stünden wir bei allfälligen Beschwerden auf wackligen Beinen.» Auf die Frage, ob sie mit Beschwerden – diese müssen ans Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden – rechne, sagt die Gesundheitschefin: «Im Kaffeesatzlesen bin ich schlecht.»

Die Nachbarn waren schneller

Auf der Spitalliste finden sich nebst den hiesigen sieben ausserkantonale Spitäler und Kliniken. Die Zusammenarbeit drängt sich dort auf, wo der Kanton selber keine spezifischen Leistungen erbringt, etwa bei der Herzchirurgie, bei komplexen Diagnosen und Behandlungen von Epilepsie-Erkrankungen oder dort, wo der Kanton bei Bedarf – und in Ergänzung zum eigenen Angebot – auf Unterstützung angewiesen ist, etwa bei der stationären medizinischen Versorgung von Strafgefangenen. «Ein Spezialfall», sagt Heidi Hanselmann.

Die St. Galler Spitalliste gilt ab August; der Kanton ist damit zeitgerecht unterwegs. Der Bund hatte den Kantonen eine Frist bis 2015 eingeräumt. Die Nachbarkantone haben ihre Spitallisten schon länger definiert. Der Thurgau hatte seine Liste 2012 verabschiedet; in Appenzell Ausserrhoden ist die Liste seit Anfang 2012 in Kraft.

Die zehn Innerkantonalen

Die sieben Ausserkantonalen

Aktuelle Nachrichten