10jährig schon Schweizer Meister

Der Frümsner Lyonel Reichl wird Schweizer Meister im Motocross 65 ccm. Sein Punktevorsprung ist so gross, dass er den Titel schon vor dem letzten Rennen der Saison auf sicher hat.

Corinne Hanselmann
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Lyonel Reichl freut sich über den Schweizer-Meister-Titel und die Plakate seiner Fans zu Hause in Frümsen. Bild: pd

Lyonel Reichl freut sich über den Schweizer-Meister-Titel und die Plakate seiner Fans zu Hause in Frümsen. Bild: pd

Konzentriert stehen die Kinder mit ihren Motorrädern in einer langen Reihe am Startgatter. Dann geht's los, die Motoren heulen auf und jedes versucht, schnellstmöglich vom Start wegzukommen. Mittendrin fährt Lyonel Reichl mit seiner Motocross-Maschine um die engen Kurven, macht hohe und weite Sprünge.

Den Titel gegen zwei Jahre ältere Fahrer gewonnen

Angst kennt Lyonel nicht. Er weiss genau, was er sich und seinem Motorrad zutrauen kann. Und er weiss das offenbar besser als alle anderen in seiner Kategorie. Elfmal fuhr er in dieser Saison nämlich schon als Erster durchs Ziel (vgl. Titelseite). Mit seinen Spitzenplazierungen hat er in der Jahreswertung so viele Punkte gesammelt, dass ihm die Führung niemand mehr nehmen kann, obwohl bei gutem Wetter am kommenden Samstag noch zwei Läufe in Cossonay stattfinden würden. Damit gewinnt er den Schweizer-Meister-Titel in der Kategorie 65 ccm der Federation Moto Suisse (FMS).

Bis zwölfjährig dürfen die Mädchen und Buben hier mitfahren. Das bedeutet, dass der zehnjährige Lyonel den älteren Mitstreitern davongefahren ist und erst noch zwei weitere Jahre in dieser Klasse teilnehmen darf. «Zwischen 20 und 30 Kinder fahren jeweils um den Titel mit», erklärt Lyonels Vater Peter Reichl.

Training in Spanien und Italien

Dass sein Sohn nun Schweizer Meister geworden ist, helfe auch bei der Sponsorensuche. Denn Motocross ist ein teurer Sport. Nicht nur das Material, auch die Reisen zu den Rennen sind kostspielig, finden diese doch in der ganzen Schweiz verteilt und auch im Ausland statt. Fürs Training fährt die Familie auch mal nach Italien oder Spanien. Nebst der FMS-Meisterschaft fährt Lyonel auch noch Rennen anderer Verbände mit. Ein besonderer «Leckerbissen» wartet diese Saison noch auf das Nachwuchstalent: Die drei Bestklassierten der Schweizer Meisterschaft werden am 1./2. Oktober nach Belgien an den Coupe de l'Avenir eingeladen. Die Saison abschliessen wird er am Heimrennen in Triesen am 16. Oktober.