«Wer überleben will, muss fit sein»

HERISAU. Oberst Romeo Fritz ist seit September neuer Kommandant des Waffenplatzes Herisau-Gossau. Damit ist er Chef der Infanterie Rekrutenschule 11. Seine Ausbildung führte ihn unter anderem ins legendäre Fort Knox in den USA.

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Für den neuen Waffenplatzkommandant in Herisau und Gossau, Oberst Romeo Fritz, sind Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung zentral. (Bild: rh)

Für den neuen Waffenplatzkommandant in Herisau und Gossau, Oberst Romeo Fritz, sind Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung zentral. (Bild: rh)

HERISAU. «Mit der Übertragung des Kommandos über eine Rekrutenschule geht für mich ein Traum in Erfüllung», sagt Oberst Romeo Fritz. Seit September ist er verantwortlicher Kommandant der Waffenplatzes in Herisau-Gossau. Der 44jährige Berufsoffizier wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Wiesendangen bei Winterthur. Sein Büro und Kommandoposten befindet sich in St. Gallen. Die meiste Zeit verbringt er momentan aber in der Kaserne in Walenstadt. Dort absolviert der aktuelle Lehrgang der Infanterie Rekrutenschule 11 die Verlegung. Nach dem Interview heisst es für den Offizier sogleich «ab aufs Feld». Seine Soldaten befinden sich gerade auf dem 50-Kilometer-Marsch.

Erfahrung in Amerika gesammelt

Nicht nur in der Schweiz kommt Romeo Fritz berufsmässig viel herum. Seine Ausbildung führte ihn im September 2004 für neun Monate ins legendäre Fort Knox in Kentucky, wo das amerikanische Schatzamt die staatlichen Goldreserven lagert. Davon bekam Fritz allerdings nicht viel mit. Er widmete sich in seiner Abkommandierung viel mehr dem «Armor Captains Career Course», dem amerikanischen Ausbildungsgang zum Hauptmann. «Diese Erfahrung hat mich sehr geprägt», erzählt Fritz. Viele Kursteilnehmer seien im Irak gewesen und hätten entsprechend «klassische Kampferfahrung». Die Ausbildung beinhaltete zwar viel Theorie aber auch Feldmanöver. «In der US-Army wird auf die körperliche Fitness aller, auch jene der Offiziere, äusserst viel Wert gelegt», berichtet Fritz. Da spüre man schon eine andere Mentalität als in der Schweizer Armee. «In Amerika sieht man keinen einzigen übergewichtigen Offizier.» Während des Kurses im Fort Knox habe es täglich Sportblöcke gegeben. «Wer im Feld überleben will, muss fit sein», sagt Fritz.

Was den heutigen Oberst ausserdem beeindruckt hat, ist der Führungsstil, der von der US-Armee angestrebt wird. Der Vorgesetzte solle dabei nicht bloss die Rolle des Befehlsgebers einnehmen. «Wichtig ist gegenseitige Wertschätzung und Vertrauen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen», sagt Fritz. Nur so könne ein Auftrag optimal und mit Hilfe aller Beteiligten ausgeführt werden.

So setzt sich Oberst Fritz jetzt als Chef der Rekrutenschule 11 für eine harte aber faire Infanterie-Ausbildung ein. «Härte im richtigen Moment im richtigen Mass ist wichtig», so Fritz. Das habe nichts mit Schikane zu tun. Man dürfe von seinen Untergebenen aber nicht mehr verlangen, als man selber auch leisten könne.

Öffentliche Arbeit

Eine weitere Hauptaufgabe des Waffenplatzkommandanten ist neben der Ausbildung der Rekruten auch Öffentlichkeitsarbeit. Die Plätze in Herisau und im Breitfeld befinden sich in unmittelbarer Nähe von Naherholungsgebieten. «Mir geht es darum, die Bedürfnisse der Armee mit den Bedürfnissen der Bevölkerung unter einen Hut zu bringen», sagt Oberst Romeo Fritz. Die Armee habe zwar einen klaren Auftrag, sei aber auch Gast in der Region. Dem soll Rechnung getragen werden. Deshalb plant Fritz in regelmässigen Abständen Gespräche mit den umliegenden Gemeindebehörden, bei denen informiert wird, was die Armee auf den Waffenplätzen gerade macht. «Schliesslich sollen die Anwohner wissen, wann und wo mit welcher Munition geschossen wird.»

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