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Wer tritt die Nachfolge von Keller-Sutter im Ständerat an? – Für die FDP wird es eng

Vier Parteien wollen den Sitz von Karin Keller-Sutter im Ständerat übernehmen: CVP, SVP, FDP und Grüne steigen ins Rennen. Zurücklehnen kann sich einzig die SP. Am schwierigsten ist die Ausgangslage für den Freisinn.
Roman Hertler, Andri Rostetter

CVP: Ein ziemlich 
klarer Fall

Benedikt Würth, CVP (Bild: Mareycke Frehner)

Benedikt Würth, CVP (Bild: Mareycke Frehner)

Noch ziert sich die CVP, doch die Sache ist so eindeutig wie schon lange nicht mehr. Die Partei wird wohl versuchen, mit Beni Würth den vor sieben Jahren an die SP verlorenen Sitz zurückzuholen. Alles andere wäre eine grosse Überraschung. Würth ist nicht nur das unbestrittene politische Schwergewicht der Partei, der 50-Jährige ist auch seit sieben Jahren Regierungsrat.

Markus Ritter, CVP (Bild: Keystone)

Markus Ritter, CVP (Bild: Keystone)

Ein Wechsel nach Bern würde deshalb karrieretechnisch bestens passen. Würth will heute bekanntgeben, ob er für eine Kandidatur zur Verfügung steht. Dass in der Partei bis vor kurzem noch andere Namen herumgeboten wurden, dürfte eher dem bevorstehenden Wahlkampf geschuldet sein. Genannt wurden etwa die beiden Nationalräte Markus Ritter und Nicolo Paganini.

Nicolo Paganini, CVP (Bild: Keystone)

Nicolo Paganini, CVP (Bild: Keystone)

Bauernpräsident Ritter ist zwar ebenfalls ein politisches Schwergewicht, als Bauernpräsident dürfte er aber die Grosse Kammer bevorzugen. Olma-Direktor Paganini ist erst dieses Jahr in den Nationalrat nachgerückt; ein Wechsel ist deshalb eher unwahrscheinlich.

FDP: Denkbar schlechte 
Ausgangslage

Marcel Dobler, FDP (Bild: pd)

Marcel Dobler, FDP (Bild: pd)

Mit der Wahl von Karin Keller-Sutter in den Bundesrat ist die FDP gezwungen, den Sitz zu verteidigen. Nationalrat Marcel Dobler, vor drei Jahren aus dem Nichts in den Nationalrat gewählt, signalisiert zwar Interesse an einer Nachfolge. Der 38-Jährige ist aber kein politisches Schwergewicht.

Susanne Vincenz-Stauffacher, FDP (Bild Mareycke Frehner)

Susanne Vincenz-Stauffacher, FDP (Bild Mareycke Frehner)

Er ist vor allem im südlichen Kantonsteil eine Grösse, im Norden kennt man ihn kaum. Würde Dobler dennoch gewählt, hätte die FDP zudem das Problem, dass sie ohne Bisherige in den Nationalratswahlkampf steigen müsste. Denn Walter Müller hat auf Ende Legislatur seinen Rücktritt angekündigt. Würde Marcel Dobler nicht gewählt, wäre die Ausgangslage noch schwieriger.

Imelda Stadler, FDP (Bild: Urs Bucher)

Imelda Stadler, FDP (Bild: Urs Bucher)

Die FDP müsste für die regulären Ständeratswahlen vom Herbst 2019 eine neue Kandidatur aufbauen. Gut möglich, dass die FDP deshalb schon im ersten Anlauf auf eine Frau setzen wird. Hier sind bereits erste Namen gefallen: Kantonsratspräsidentin Imelda Stadler und Kantonsrätin Susanne Vincenz-Stauffacher.

SVP: Schweigen – und eine Absage

Roland Rino Büchel, SVP (Bild: Keystone)

Roland Rino Büchel, SVP (Bild: Keystone)

Die St.Galler SVP und der Ständerat, das ist bis heute keine Erfolgsgeschichte. 2011 scheiterte sie mit Toni Brunner, 2015 mit Thomas Müller. Die Frage ist aber nicht, ob die Partei antritt, sondern nur mit wem. Über mögliche Kandidaten redet die Parteispitze noch nicht. Auch jene Personen, die in Frage kommen könnten, halten sich bedeckt.

Esther Friedli, SVP (Bild: Benjamin Manser)

Esther Friedli, SVP (Bild: Benjamin Manser)

Offen ist, ob Esther Friedli sich zur Verfügung stellen wird. Die Lebenspartnerin von Toni Brunner erzielte 2016 einen Achtungserfolg bei den Regierungswahlen und gilt als kommende Kraft der Partei. Bis anhin liebäugelte Friedli allerdings eher mit einem Exekutivamt. Es könnte deshalb die Stunde von Stefan Kölliker sein.

Stefan Kölliker, SVP (Bild: Ralph Ribi)

Stefan Kölliker, SVP (Bild: Ralph Ribi)

Der Regierungsrat hat sich zwar noch nicht definitiv entschieden, zeigt sich aber durchaus interessiert. Als möglicher Kandidat gehandelt wird auch Nationalrat Roland Rino Büchel. Bereits abgesagt hat Fraktionschef und Ex-Regierungsratskandidat Michael Götte. Er wolle sich auf eine Nationalratskandidatur konzentrieren, sagt er auf Anfrage.

Grüne / Junge Grüne: Werbetour mit 
Hoffnungsträgern

Franziska Ryser, Junge Grüne (Urs Bucher)

Franziska Ryser, Junge Grüne (Urs Bucher)

Selbst wenn sie sich kaum Chancen ausrechnen dürfen: Auch die Grünen schielen auf den freiwerdenden Sitz im Ständerat. Immerhin könnte die Partei so Personen und Themen für die kommenden Wahlen lancieren. Das ist nicht zuletzt für unverbrauchte Jungpolitiker eine Chance. Kantonalpräsident Thomas Schwager verrät zwar keine Namen, sagt aber immerhin: «Wir sind mit zwei Personen in Kontakt.» Eine davon könnte Franziska Ryser sein, jüngste je gewählte St. Galler Stadtparlamentspräsidentin.

Basil Oberholzer, Grüne (Bild: Urs Bucher)

Basil Oberholzer, Grüne (Bild: Urs Bucher)

Gut möglich, dass die Partei die 26-Jährige in den Ring schickt – zumal es bei dieser Ersatzwahl nur um einen Sitz geht und sie SP-Ständerat Paul Rechsteiner nicht gefährlich werden kann. Ryser hält sich auf Anfrage bedeckt. Ein zweiter Hoffnungsträger der Partei ist der 28-jährige Kantonsrat Basil Oberholzer. Er antwortet zwar ausführlicher, aber ebenso vage: «Besonders im Hinblick auf 2019 müssen wir uns Gedanken machen, wer bei den Grünen eine geeignete Person wäre.» Ein Nein tönt anders.

SP: Zeichen stehen auf
 Besitzstandwahrung

Paul Rechsteiner, SP (Bild: Keystone)

Paul Rechsteiner, SP (Bild: Keystone)

Paul Rechsteiners Sitz im Ständerat steht derzeit nicht zur Debatte. Auch im Wahlherbst 2019 dürfte er dank Bisherigenbonus problemlos wiedergewählt werden. Die SP wird sich ausserdem kaum erdreisten, einen zweiten Ständeratssitz anzupeilen – das würde in erster Linie Rechsteiner Stimmen kosten. Das Hauptaugenmerk der St. Galler SP liegt deshalb auf den Nationalratswahlen. SP-Schweiz-Präsident Christian Levrats Devise ist klar: Die SP soll mehr als 20 Prozent Wähleranteil gewinnen. Für die St. Galler Sozialdemokraten, die in den letzten drei Wahlen 14,7, 16,7 und 14,2 Prozent erreicht hatten, ein hochgestecktes Ziel. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die bisherigen Barbara Gysi und Claudia Friedl in ihren Ämtern bestätigt. Dank der Listenverbindung mit den Grünen, die nächstes Jahr wieder ein Thema sein dürfte, könnten sie einen dritten linken Sitz im Nationalrat realisieren. Dieser käme dann eher den Grünen zugute, die ihren 2015 verlorenen Sitz zurückerobern wollen.

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