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Kommentar

Wenn nicht Peter Spuhler, wer dann?

Nach zwei Amtsperioden tritt Roland Eberle Ende 2019 aus dem Ständerat zurück. Als Nachfolger kommt eigentlich nur einer in Frage: Peter Spuhler, der Eigentümer und Verwaltungsratspräsident der Stadler Rail AG.
David Angst
David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung.

David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung.

Roland Eberle hat am Freitag seinen Rücktritt angekündigt und damit seiner SVP – und allen anderen Parteien – die nötige Zeit gegeben, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu suchen. Für eine ausführliche Würdigung der politischen Arbeit Roland Eberles ist es noch zu früh. Tatsache ist aber: Er gehört zu den einflussreichsten Thurgauer Persönlichkeiten der letzten dreissig Jahre.

Eberles Karriere begann 1984 als Bauernsekretär, dann war er ab 1994 während zwölf Jahren im Regierungsrat, führte ab 2006 als CEO den Frauenfelder Industriebetrieb Sia Abrasives, bevor er 2011 in den Ständerat gewählt wurde. Im Ständerat hat er sich als Sachpolitiker in den Kommissionen für Soziale Sicherheit und Gesundheit sowie der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie Respekt verschafft.

Es gibt im Thurgau nicht viele, die Roland Eberle im Ständerat ersetzen können. Eigentlich gibt es nur einen: Peter Spuhler.

Der Eigentümer und Verwaltungsratspräsident der Stadler Rail AG war von 1999 bis 2012 Mitglied des Nationalrats. Spuhler hat in den letzten Monaten wiederholt gesagt, dass er sich eine Kandidatur vorstellen könnte, wenn drei Bedingungen erfüllt seien. Erstens: Roland Eberle tritt nicht mehr an. Zweitens: Seine Firma Stadler Rail AG ist auf Kurs und operativ in guten Händen. Und drittens: Die SVP fragt ihn an.

Diese drei Voraussetzungen sind nun eingetroffen. Spuhler hat vor fast genau einem Jahr Thomas Ahlburg als neuen CEO der Stadler Rail AG präsentiert. Dieser übernahm im April das Kommando und hätte nun noch ein weiteres Jahr Zeit, sich in die Aufgabe einzuarbeiten. Der Firma geht es gut. Dies ist auch nötig. Als Nationalrat blieb Spuhler dem Bundeshaus oft fern, weil sein Job als CEO ihn zu sehr beanspruchte. Eine so schwache Präsenz könnte er sich als Ständerat nicht leisten. Von einem Ständerat erwartet das Volk vollen Einsatz.

Peter Spuhler hat am Freitag via seine Mediensprecherin Marina Winder bekannt gegeben, dass ihn Ruedi Zbinden, Präsident der SVP Thurgau, offiziell angefragt habe, ob er für den Ständerat kandidieren wolle. Er erbittet sich Bedenkzeit bis nächste Woche. Für alle anderen möglichen Kandidaten – egal aus welcher Partei – bedeutet dies, dass sie sich vorläufig noch nicht allzu viele Gedanken über eine Ständeratskandidatur machen müssen. Denn diese Prognose lässt sich wagen: Wenn Spuhler antritt, ist er so gut wie gewählt.

Man erinnert sich an ihn als Panaschierkönig der Nationalratswahlen 2011. Als Patron, der sich in aussenpolitischen Fragen oft vom Abschottungskurs der SVP distanziert hat, ist er gar bis ins linke Lager hinein wählbar. Mit den Gewerkschaften pflegt er ein partnerschaftliches Verhältnis.

Ein Zweierticket mit Spuhler und Brigitte Häberli (CVP), die schon vor Monaten alle Zweifel an einer Wiederkandidatur beseitigt hat, ist unangreifbar.

Falls Spuhler wider Erwarten nicht antreten sollte, wird es interessant. Zunächst einmal innerhalb der SVP. Beim Namedropping müsste man zuerst die amtierenden Mitglieder des National- und des Regierungsrats durchgehen. Von ihnen ist Diana Gutjahr zu jung und Verena Herzog zu stark auf rechtskonservative Themen fixiert. Bleiben der Nationalrat und Bauernpräsident Markus Hausammann sowie die beiden Mitglieder des Regierungsrats, Jakob Stark und Monika Knill. Alle drei haben genügend Erfahrung und können auch ausserhalb der SVP-Wählerschaft punkten.

Darüber hinaus könnte es in diesem Fall auch für andere Parteien interessant werden, eine eigene Kandidatur zu lancieren. Etwa für die FDP oder die SP. Allerdings sind in diesen beiden Parteien die möglichen Kandidaten dünn gesät. Um gegen Brigitte Häberli und die SVP einen Sitz zu gewinnen, braucht es so oder so eine Top-Bewerbung.

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