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Wenn Eltern ihr Kind gefährden

An der Frage, welche Behandlung für ein krankes Kind die beste ist, scheiden sich oft die Geister. Am Ostschweizer Kinderspital finden häufig aufwendige Gespräche statt. Einmal monatlich macht das Spital eine Gefährdungsmeldung.
Katharina Baumann
Alle wollen das Beste für ein krankes Kind. Aber welche Behandlung die beste ist, bleibt oft umstritten. (Bild: fotolia)

Alle wollen das Beste für ein krankes Kind. Aber welche Behandlung die beste ist, bleibt oft umstritten. (Bild: fotolia)

ST. GALLEN. In den letzten vier Jahren musste das Ostschweizer Kinderspital in St.Gallen zwölf Kinder behandeln, die von ihren Eltern vegan ernährt worden sind und an schweren Folgen der einseitigen Ernährung litten.

In einem anderen Fall ging es um ein epilepsiekrankes Kind, das nach Auffassung der Schulmedizin chemische Medikamente benötigt, damit sich der Gehirnstoffwechsel beruhigen kann. Die Eltern fürchteten die Nebenwirkungen und gaben das Kind in die Hände eines Naturheilpraktikers.

Diese Beispiele sind nur zwei von zahlreichen Fällen, in denen am Ostschweizer Kinderspital die Vorstellungen der Ärzte und der Eltern auseinandergehen. «Manchmal prallen wirklich Welten aufeinander», sagt Josef Laimbacher, Chefarzt der Jugendmedizin. Meist, wenn schulmedizinische Überzeugungen mit anderen Auffassungen darüber, was gesund und was krank ist, kollidieren. Bestenfalls einige man sich auf einen Kompromiss, sagt Laimbacher: Vegan lebende Eltern können ihr Kind weiterhin vegan ernähren, wenn sie ihm zusätzlich Vitamin- und Mineralstofftabletten geben und potenzielle Mangelerscheinungen beobachten.

Gibt es aber in den Gesprächen keine Einigung, kommt die spitalinterne Kinderschutzgruppe zum Einsatz. Deren Einschätzung kann in eine Gefährdungsmeldung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) münden. Dazu kommt es durchschnittlich einmal pro Monat. Im schlimmsten Fall kann die Kesb den Eltern die Obhut entziehen – so, wie es im Fall jener Mutter passiert ist, die an Heiligabend ihr Baby aus dem Kinderspital Zürich entführt hat. Diese Woche wurde bekannt, dass sie es getötet hat.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 26. Januar.

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