Weinfelden
Ein bitterböses Theaterstück: Wenn die Trauerfeier eskaliert

Das 14-köpfige Theagovia-Ensemble feierte am Samstag Premiere der bitter-bösen Komödie «Sterben muss man können». Die Sitze im Theaterhaus Thurgau waren restlos ausverkauf.

Manuela Olgiati
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Im neusten Stück der Theagovia erleben die Töchter nach dem Ableben ihres Vaters eine völlig skurrile Gedenkfeier

Im neusten Stück der Theagovia erleben die Töchter nach dem Ableben ihres Vaters eine völlig skurrile Gedenkfeier

Bild: Manuela Olgiati

Zuerst wird die falsche Leiche aufgebahrt und dann kommt erst noch das geheime Doppelleben des Verstorbenen ans Licht. Eigentlich wünschen sich die Töchter eine würdevolle Trauerfeier für ihren Vater, doch ihre Verwandten sabotieren sie permanent. Die missglückte Beerdigung endet im Chaos.

«Sterben muss man können» heisst die neueste Produktion der Theagovia. Als Vorlage diente der Film «Sterben will gelernt sein». «Unsere Version ist ein temporeiches Bühnenstück mit schwarzem britischem Humor», sagt Regisseur Björn Reifler, der die Rollen auf die Schauspielerinnen und Schauspieler umgeschrieben hat. Die Geschichte handelt von den drei Schwestern Rachel, Danielle und Karen, die um ihren Vater Jamie trauern.

Ein Nackter wandelt auf der Theaterbühne

Das Theater setzt auf ein einfaches Bühnenbild, ein Sarg steht im Fokus. Nur die Fenster und Stühle sind konstante Elemente. Eine tragbare Türe grenzt im eineinhalbstündigen Stück Räume imaginär ab. Einige der Laienschauspieler standen schon öfters auf der Bühne, so auch Luca Zimmermann. Im Stück verkörpert er Steven, der nach einem unfreiwilligen Drogenrausch plötzlich nackt über die Bühne wandert. «Es ist Wahnsinn, was hier abgeht», sagt ein Besucher. Eine andere erachtet die Situation auf der Bühne als etwas ungewohnt. «Die schauspielerischen Leistungen waren aber gut.»

Da passt das Bild noch: Die Trauergemeinschaft trauert vor Jamies Sarg.

Da passt das Bild noch: Die Trauergemeinschaft trauert vor Jamies Sarg.

Bild: Manuela Olgiati

«Das Stück bringt uns als Theatergruppe weiter», sagt Babs Lühti. Ihre Rolle als Frau Pfarrerin sei anspruchsvoll, weil sie sehr viele ähnliche Texte einstudieren musste. Auch Ramona Fröhli macht das Theaterspielen Spass, sagt die gelernte Pflegefachfrau. Premiere feierte die schwarze Familienkomödie mit ebenso schockierenden wie witzigen Szenen und peinlichen Zwischenfällen.

Unter den Besucherinnen und Besuchern im Saal ist auch Regisseur und Schauspieler Florian Rexer. «Ich habe gern gelacht», sagt er. Am Schluss der Aufführung spendet das Publikum grossen Applaus.

Weitere Aufführungen: 5./6./12./13./19./20./25./26.11. www.theaterhausthurgau.ch