Kolumne
Wenn der Wolf im Thurgau umgeht, fällt sein Name: Roman Kistler

Schon in seiner Jugend war er fasziniert von Fischen und vom Fischen. Heute geht er lieber jagen. Roman Kistler ist seit 17 Jahren Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau. In diesen Wochen ist sein Name oft zu lesen - weil der Wolf umgeht.

Katharina Brenner
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Kennt sich mit so ziemlich allem aus, was da kreucht und fleucht: Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau.

Kennt sich mit so ziemlich allem aus, was da kreucht und fleucht: Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau.

Bild: Reto Martin

Der Wolf geht um. Sechs Schafe und ein Rehbock sind seit Mitte Dezember im Thurgau und in der Region Wil gerissen worden. Die Analyse der DNA-Proben steht zwar noch aus, aber zweimal ist der Wolf in eine Fotofalle getappt: in Rossrüti bei Wil mit dem Kadaver eines Rehbocks in der Schnauze. Und vor drei Wochen in der Nähe von Frauenfeld. Da liegt auch Matzingen, wo Roman Kistler lebt. Sein Name fällt immer dann, wenn im Thurgau ein Wolf auftaucht. Kistler leitet die Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons.

Fische und Fischen hätten ihn schon in der Jugend am Linthkanal fasziniert, sagte er einmal. Heute angle er noch ein- bis zweimal im Jahr. Beim Jagen ist er aktiver, nicht in heimischen Wäldern, sondern im Kanton Glarus. Und das mit Erfolg: Bei der Prämierung der schönsten Hirschtrophäen obsiegte er vor zwei Jahren in der mittleren Altersklasse. Kistler jagt nicht nur gern, in seiner Freizeit wandert er auch oder trifft sich mit Freunden zum Jassen und Pokern.

Nach dem Biologie-Studium in Zürich arbeitete er am Zoologischen Museum in Zürich sowie für ein Ökobüro mit Fokus auf einheimischen Wildtieren. Seit 2003 ist er oberster Jäger und Fischer im Thurgau. Und kennt sich mit so ziemlich allem aus, was da kreucht und fleucht. Seine Wolfsexpertise dürfte schon bald wieder gefragt sein. Spätestens, wenn der Wolf das nächste Mal Hunger hat.