Wenn aus fünf Toren Vorsprung eines wird: Der UHC Herisau siegt zuhause 9:8 gegen die Rheintal Gators

Auch den dritten Saisonauftritt beendete der UHC Herisau mit minimalem Vorsprung und Erfolg. Nach turbulenten 60 Minuten stand es am Ende 9:8 für das Heimteam.

Lukas Pfiffner
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Herisaus Sven Schilling versucht Arbnor Papaj (gelb) vom Ball zu trennen.

Herisaus Sven Schilling versucht Arbnor Papaj (gelb) vom Ball zu trennen.

Bild: Lukas Pfiffner

«Puhh!» Zwar lag der UHC Herisau am Samstag gegen die Rheintal Gators in der zweiten Pause mit vier Treffern vorne, trotzdem musste Goalie Urban Nüssli laut durchatmen, als er das Feld verliess. Er sollte in der Folge noch mehr zu tun bekommen. Und als der Sieg nach turbulenten 60 Minuten feststand, setzte sich Stürmer Silas Stucki auf die Bank – gezeichnet von hartem Kampf und Zufriedenheit.

Auch den dritten Saisonauftritt (inklusive Cup) beendete der UHC Herisau mit minimalem Vorsprung und Erfolg. Angespannte Nerven und spannende Partien dürften Programm bleiben: In der Gruppe 2 der 1. Liga endeten bisher neun von elf Partien mit einem Tor Unterschied.

Ochsners Wucht, Stuckis Tempo

Stucki war mit drei Toren und einem Assist zunächst der auffälligste Spieler. Und Symbolfigur für die Art, wie die Gastgeber die Gators überrannten. «Rheintal stand immer wieder sehr hoch, und wir konnten kontern.» Dies gelang den Ausser­rhodern lange vorzüglich.

Beispielcharakter hatte die 6. Minute, als sich Ochsner in der eigenen Zone energisch am Ball behauptete, wuchtig vorstiess und Stucki zum 1:1 bediente. Oder die 20. Minute, in der die Einheimischen eben die erste Unterzahlphase überstanden hatten: Stucki schickte den von der Strafbank kommenden Ochsner, der zum 3:1 traf.

Die Klasse der Ausländer

Grosser Mann der zweiten Spielhälfte war mit Asser Jääskeläinen (dem letztjährigen Topskorer der Gruppe) ein Rheintaler. Die Gators haben die Fraktion der Ausländer im Sommer auf ein Quintett erweitert. «Die meisten Gegentore fielen auf die gleiche Art: Querpass und schneller Abschluss. Ihre Ausländer sind enorm stark am Stock», stellte Stucki fest. Die Reaktion auf den Fünftorerückstand war beachtlich und ihr Selbstvertrauen scheinbar nur kurz erschüttert. So wie sie nun auftrumpften, waren sie kaum mehr zu verteidigen. «Wir brachten die Bälle nicht mehr so gut nach vorne wie zuvor.»

Zur spielerischen Klasse der Gäste kamen ein paar Herisauer Ballverluste – etwa in den Situationen, die zum 7:4 und 7:5 führten. An der «Druckresistenz» müsse man noch arbeiten, bestätigte Herisaus Trainer Nico Raschle und schmunzelte. Sein Team trat den Sonntag trotzdem als Tabellenführer an.

In der Breite besser besetzt

Die Rheintaler forcierten ihre Ausländer im letzten Abschnitt enorm. Die Herisauer waren breiter besetzt, ihre Einsatzzeiten und Wirkung eher ausbalanciert. Hatten die ersten sieben Tore die Linien um die Center Mittelholzer (vier) und Schilling (zwei) produziert, trafen nachher mit Germann sowie Conzett auch Stürmer der zweiten Formation. Germann war erst im Verlauf des Schlussdrittels auf das Feld gekommen. Diese beiden wichtigen Treffer verschafften den Herisauern, die durch Stucki in dieser Phase einen Penalty vergaben, resultatmässig etwas Luft. Von dieser zehrten sie bis zur Sirene.

Gut aus Herisauer Sicht, dass Nüssli einige grossartige Paraden zeigte. Dass die Ehrlichkeit des Herisauers Stern nicht bestraft wurde (er gab in der letzten Minute bei der Diskussion um die Fortsetzung des Spiels zu, den Ball über die Bande gelenkt zu haben). Und dass das Spiel nicht länger dauerte.