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Wenn Affen Schneebälle machen: So erleben die Tiere in den Ostschweizer Zoos das Winterwetter

Schnee, Eis, Kälte – der Winter hat in der Ostschweiz Einzug gehalten. In den Ostschweizer Zoos essen Schimpansen Schnee und Kamele werden zum Wetterradar. Ein tierischer Besuch.
Desirée Müller
Christoph Wüst vom Plättli Zoo Frauenfeld. (Bild: Mareycke Frehner)

Christoph Wüst vom Plättli Zoo Frauenfeld. (Bild: Mareycke Frehner)

Amurtiger Viktor scharrt mit seinen grossen Pranken über den gefrorenen Boden. Wohl riecht die Wildkatze eine schlafende Maus unter ihren Tatzen. Der Teich im Gehege ist ebenfalls mit einer Eisschicht überzogen. «Sonst würde Der Armurtiger wahrscheinlich baden gehen», sagt die Direktorin vom Walter-Zoo in Gossau, Karin Federer. Die grössten lebenden Katzen der Welt haben ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Sibirien und blühen bei diesen Temperaturen richtig auf. «Alle unsere Tiere stammen aus Zoos in denselben Breitengraden wie die Schweiz. Die meisten sind sich den Winter somit gewohnt», erklärt die 32-jährige Tierärztin. Für alle anderen steht in der kalten Jahreszeit eine warme Alternative zur Verfügung.

Die innere Uhr der Krokodile

Wie die Krokodile im Walter-Zoo, welche möglichst lange draussen in ihrem Teich rumdümpeln dürfen. «Wir müssen jeweils den letzten warmen Tag im Jahr abwarten und sie dann reinlocken.» Auch schon mussten die Tierpfleger des Walter-Zoos das Wasser ablassen und die Krokodile aus dem Becken ziehen. Denn sobald es zu kühl ist, verziehen sie sich ins Wasser. Die Reptilien scheinen eine innere Uhr zu haben. Im Frühling kratzen sie nämlich am Tor zum Aussengehege, als ob sie zeigen wollen, dass die Winterzeit vorbei ist. «Obwohl die Temperatur im Innengehege konstant ist», findet Federer dieses Verhalten immer wieder spannend.

Karin Federer, Direktorin im Walter-Zoo Gossau. (Bild: Mareycke Frehner)

Karin Federer, Direktorin im Walter-Zoo Gossau. (Bild: Mareycke Frehner)

Die Schimpansen im Plättli-Zoo in Frauenfeld sind sich nicht so sicher, ob sie den Schnee nun toll finden sollen oder nicht. «Wenn der Boden weiss ist, bewegen sie sich hauptsächlich kletternd. Sie lieben es aber, am Schnee zu lecken und Schneebälle zu formen», sagt Christoph Wüst, stellvertretender Leiter des Plättli-Zoos. Vor allem die Jungtiere hätten jeweils kein Mass beim Vertilgen des glänzenden Schnees, ergänzt Karin Federer. «Sie merken aber schnell, dass zu viel Schnee dem Bauch nicht gut tut.» Die Berberaffenbabys sind ebenfalls ziemlich skeptisch und begutachten die weisse Landschaft mit Argusaugen. «Irgendwann fassen aber alle aus Neugier den Schnee an», sagt Wüst. Sie sausen danach gleich zu den Eltern, um ihre kleinen Hände im Fell von Mama und Papa aufzuwärmen. Die Schweine freuen sich dagegen immer besonders auf die weisse Pracht. Ganz begeistert durchwühlen sie laut Wüst jeweils die Schneedecke.

Vorbereitung auf den Winter

Im Zoo helfen alle mit, wenn es darum geht, die Tiere wie auch die Infrastruktur jeweils auf den Winter vorzubereiten: Wasserleitungen werden abgestellt, die Schildkröten vor der Winterruhe auf Diät gesetzt und gebadet, der Speiseplan der Waschbären angepasst und Wärmelampen im Ziegenstall montiert – falls ein Zicklein bereits im Winter zur Welt kommt. «Jahr für Jahr sind es dieselben Aufgaben. Daher gehen die Vorbereitungsarbeiten auf den Winter immer sehr routiniert vor sich», sagt Karin Federer.

Eine tierisch gute Winterruhe

Einige Tiere wie die Wasserschildkröten halten eine Winterstarre. Sie tauchen an den Grund ihres Teiches und buddeln sich in den Schlamm ein. Wichtig ist laut Karin Federer dabei, dass stetig frisches Wasser in den Teich fliesst, sodass die Schildkröten mit genügend Sauerstoff versorgt werden. Auch die Waschbären gehen es ruhiger an. Diese erwachen aber im Unterschied zu den Schildkröten regelmässig, um zu fressen. «Hier ist es wichtig, die Futterrationen dementsprechend anzupassen», sagt Christoph Wüst.

Die Trampeltiere wie auch die Yaks kommen hingegen mit ihrem dicken Winterfell sehr gut mit der Kälte klar. Die Kamele sind auch ein verlässliches Wetterradar. «Ein paar Tage bevor es schneit, werden sie immer ganz aufgeregt», sagt Christoph Wüst. Auch ihre wilden Verwandten im Walter-Zoo, die Vikunjas, die zu den Neuweltkameliden gehören, schlüpfen in ihre wärmsten Winterkleider und geniessen das Wetter.

Das Fell der in der Wildnis ausgestorbenen Berberlöwen im Walter-Zoo ist für kalte Winter im Atlasgebirge vorgesehen. In beiden Ostschweizer Zoos haben die Löwen das ganze Jahr über Zugang zum Innen- und Aussengehege. Wie die meisten Zoobewohner. «Solche, die es einschätzen können, wann es Zeit ist, sich drinnen wieder einmal aufzuwärmen, dürfen auch im Winter raus», sagt Karin Federer und lacht.

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