Weniger Rauch – tiefere Prämien?

Das Rauchverbot hat vielen Wirten Umsatzeinbussen beschert. Weil es dem Gastgewerbe ohnehin schlecht geht, gilt es diese zu kompensieren. Zum Beispiel durch tiefere GVA-Prämien.

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Das Rauchverbot hat vielen Wirten Umsatzeinbussen beschert. Weil es dem Gastgewerbe ohnehin schlecht geht, gilt es diese zu kompensieren. Zum Beispiel durch tiefere GVA-Prämien.

Tönt logisch – wenn in den Beizen nicht mehr geraucht werden darf, gibt es auch weniger Brände wegen unsachgerechten Umgangs mit Raucherwaren, und wenn es weniger brennt, wollen die Wirte auch weniger für die Versicherung zahlen. So sehen es zumindest die Kantonsräte Paul Schlegel aus Grabs, Ruedi Eilinger aus Waldkirch und Linus Thalmann aus Kirchberg. Es sei an der Zeit, meinen sie in ihrer Interpellation, dass die Gebäudeversicherungsanstalt die Tarife anpasse.

Nun belegen die Gastwirtschaftsbetriebe in der Schadenstatistik tatsächlich den zweiten Platz – hinter der Kategorie Holzindustrie/Holzgewerbe und vor den Hotelbetrieben. Mit der Raucherei allerdings hat das wenig zu tun. Nur sechs Prozent der Schadenkosten nach Beizenbränden waren in den vergangenen zehn Jahren auf Raucherwaren zurückzuführen, sagt die GVA. Häufigste Brandursachen sind vielmehr Brandstiftung, unsachgemässer Umgang mit Feuer sowie Mängel an Apparaten und elektrischen Installationen.

Die St. Galler Regierung sieht deshalb keinen Grund, sich für eine Prämiensenkung zugunsten der Wirte einzusetzen. Für die Kosten von Nachbränden ist sie nicht zuständig, weil diese nicht von der GVA gedeckt sind. (nr)