Wenige Tage nach Barbesuch: «Südbar»-Gast positiv auf Covid-19 getestet – keine Quarantäne für weitere Besucher

Ein Gast der «Südbar» in St.Gallen hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. In der Folge schaltete sich das Contact-Tracing des Kantons ein und warnte die weiteren Besucher des Abends – doch in die Quarantäne wurden sie nicht geschickt.

Elias Hostettler
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Am Donnerstag informierte das Contact-Tracing die St.Galler «Südbar», dass am 10. Oktober eine später positiv getestete Person zu Gast war.

Am Donnerstag informierte das Contact-Tracing die St.Galler «Südbar», dass am 10. Oktober eine später positiv getestete Person zu Gast war.

Bild: Urs Bucher

Fünf Tage nach dem Besuch in der St.Galler «Südbar» wurde eine Person positiv auf das Coronavirus getestet. Über einen Anruf vom Contact-Tracing-Team des Kantons St.Gallen erreichte die Bar am Donnerstag die Nachricht.

Die Bar handelte vorschriftsgemäss

Die «Südbar» handle entsprechend den Vorschriften des Kantons und erhebe die Kontaktdaten und den Zeitraum des Aufenthalts sämtlicher Besucher, wenn am Abend die Abstände nicht mehr vollständig eingehalten werden könnten, sagt Kathrin Rutz, Geschäftsführerin der Bar am Oberen Graben. Als die Bar am Donnerstag vom Contact-Tracing des Kantons kontaktiert wurde, konnte sie die Aufzeichnungen der Besucher des Abends vom 10. Oktober wie aufgefordert an die Behörde schicken.

Kurze Zeit später bekam die Bar dann vom Contact-Tracing den Auftrag, allen Personen, die sich in dieser Nacht in der Bar aufhielten, eine SMS zu schicken. In dem Schreiben, welches dieser Zeitung vorliegt, werden die Besucher angehalten, bis am Dienstagabend in Gesellschaft eine Maske zu tragen und «wenn immer möglich» die Distanz von 1,5 Metern einzuhalten. Bei Symptomen solle man zu Hause bleiben oder telefonisch einen Arzt konsultieren.

Keine Quarantäne für betroffene Gäste

Um das Contact-Tracing zu entlasten, übernehmen die Clubs und Bars bei einem positiven Fall die Information der betroffenen Gäste. Das verfügte die St.Galler Kantonsregierung am 25. September. Damals legte sie allerdings auch fest, dass sich die betroffenen Personen in Quarantäne begeben sollten.

Warum die Gäste, die in der besagten Nacht in der «Südbar» anwesend waren, nicht in Quarantäne gesetzt wurden, kann der Kanton St.Gallen zurzeit nicht beantworten. Die Contact-Tracing-Teams seien im Moment sehr stark ausgelastet und könnten sich nicht um Anfragen kümmern, sagt Thomas Zuberbühler, Leiter Kommunikation des Kantons St.Gallen.

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