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Weiteres Unesco-Label für St. Gallen

Die Schriften der Stiftsbibliothek und des Stiftsarchivs St. Gallen gehören neu zum Weltdokumentenerbe. Erst sechs Schweizer Sammlungen tragen dieses Label.
Die Bücher des St. Galler Stiftsbezirks sind auf der Dokumentenliste der Unesco. (Bild: Ralph Ribi)

Die Bücher des St. Galler Stiftsbezirks sind auf der Dokumentenliste der Unesco. (Bild: Ralph Ribi)

Der St. Galler Stiftsbezirk ist seit 1983 Weltkulturerbe. Nun kommt eine weitere Auszeichnung der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unes­co) hinzu. Sie betrifft nicht die Gebäude, sondern deren Inhalte: Die Bücher und Schriften der Stiftsbibliothek und des Stiftsarchivs gehören neu zum Weltdokumentenerbe, wie die Staatskanzlei mitteilt. «Memory of the World» nennt sich dieses globale Register, das seit 1992 geführt wird.

Mitgliedstaaten der Unesco können alle zwei Jahre höchstens zwei Dokumente oder Sammlungen für eine Aufnahme in die Lis­te nominieren. Stiftsbibliothek und Stiftsarchiv bewarben sich gemeinsam. Ende Oktober wurden sie ins Register des Weltdokumentenerbes aufgenommen. Dort sind sie in hochkarätiger Gesellschaft: Zu den aufgeführten Dokumenten gehören etwa Frankreichs Erklärung der Menschenrechte, Goethes literarischer Nachlass und das persönliche Archiv von Winston Churchill.

Rousseau, Claude Nobs und Völkerbund

In der Schweiz gehören nebst den St. Galler Schriften erst fünf Sammlungen zum Weltdokumentenerbe. Alle sind in der Westschweiz beheimatet: Die Sammlungen zu Jean-Jacques Rousseau, der Nachlass von Jazzfestival-Gründer Claude Nobs, das Literaturarchiv Martin Bodmers, das Archiv des Völkerbunds und das Archiv der Internationalen Agentur für Kriegsgefangene.

Ziel des Unesco-Programms ist es, die Dokumente und Sammlungen zu erhalten und zugänglich zu machen. So wird auf internationaler Ebene der Austausch von Know-how gefördert, etwa zu Fragen der Digitalisierung und Vermittlung.

Die Verantwortlichen von Stiftsbibliothek und Stiftsarchiv erhoffen sich auch, dass ihre Sammlungen mit dem neuen Label weltweit noch bekannter werden. «Dabei werden insbesondere auch Bestände, die sich wie im Fall von St. Gallen ständig am selben Ort befun- den haben, für neue Arten von Forschungen und neue Gruppen von Wissenschaftlern interessant», heisst es im Communiqué.

Eine finanzielle Förderung ist mit dem Label «Weltdokumentenerbe» nicht verbunden. Dieses sei als Auszeichnung zu verstehen, heisst es bei der Unesco. Die Herkunftsländer der Dokumente würden sich verpflichten, für die Erhaltung und Verfügbarkeit der Sammlungen zu sorgen.

Adrian Vögele

adrian.voegele

@tagblatt.ch

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