Weiterer schwerer Unfall am Motocross

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Amriswil Die Veranstalter des Amriswiler Motocross stehen nach zwei schweren Unfällen am Pranger. «Wir wollten doch nicht schummeln», sagt der Medienverantwortliche Bruno Siegen­thaler zu Vorwürfen, man habe falsch über den Gesundheits­zustand eines Buben informiert. Und er bangt um einen am Sonntag verunglückten 57-jährigen Seitenwagenfahrer. Dieser hatte mit seinem 15-jährigen Sohn an einem Oldtimerrennen teilgenommen. «Das ist ein Clubmitglied von uns», sagt Siegenthaler. «Glücklicherweise ist dem Sohn nichts passiert, aber wir bangen um unseren Kollegen. Er ist noch nicht über dem Berg.»

Bub noch immer im Spital

Am Samstag waren bereits drei Zuschauer am Motocross verletzt worden, darunter ein Sechsjäh­riger. Der «Blick»titelte gestern online: «Rennleitung lügt schwerverletzten Buben (6) gesund». Am Sonntag war während des Rennens über Lautsprecher bekanntgegeben worden, dass es dem am Samstag schwerverletzten Knaben besser gehe und er das Spital habe verlassen können. «Plötzlich machte diese Information die Runde», sagt Siegenthaler. Er sei der Meinung gewesen, dass diese Information von der professionellen Rettungssanität, die der Veranstalter engagiert hatte, gekommen sei. «Wir sind ja lauter Amateure. Alle sind arbeitstätig und opfern sich für das Motocross. 200 Leute, die am Wochenende für null Rappen gearbeitet haben», sagt Siegen­thaler. Die Meldung erwies sich als falsch, der Sechsjährige befindet sich noch immer im Kinderspital. Es gehe ihm den Um­ständen entsprechend gut, sagt ­Siegenthaler. Er weiss von einer Hirnerschütterung und Schürfungen im Brustbereich, die ­geblutet haben, jedoch keine operativen Massnahmen nötig gemacht hätten.

Siegenthaler betont, dass die Sicherheitsvorkehrungen am Motocross eingehalten worden seien. Die Zuschauer seien durch zwei Seile vier Meter von der Strecke entfernt gewesen. Aber oftmals seien die Zuschauer sehr nahe bei den Abschrankungen. Dennoch sei in den vergangenen 51 Jahren nie ein Zuschauer verletzt worden. (man)