«Weitere Gewitter am Mittwoch»

Das Gewitter vom Sonntag war nicht das letzte in diesem Sommer. Jürg Zogg, Meteorologe bei SF Meteo, zu den verheerenden Unwettern in der Ostschweiz.

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Herr Zogg, warum wurde genau das Appenzellerland von dem Unwetter heimgesucht?

Jürg Zogg: Es hätte auch andere Regionen in der Ostschweiz treffen können. Das Gewitter entstand im Wägital SZ. Mit den Höhenwinden verschob sich die Front in Richtung Appenzellerland. Da sich Gewitter meist lokal – im Umkreis von fünf bis zehn Kilometern – ereignen, waren der Thurgau bis zum Bodensee oder auch das Sarganserland kaum betroffen.

Wann rechnen Sie mit dem nächsten Unwetter in der Ostschweiz?

Zogg: Morgen, aber schon in der Nacht auf Mittwoch werden weitere Gewitter erwartet. Allerdings kann man nicht sagen, welche Region genau betroffen sein wird.

Wird das Ausmass wieder so heftig ausfallen?

Zogg: Ja, es wird gewaltige Regengüsse, Sturmböen und Hagel geben. Alles, was ein Gewitter ausmacht.

Wie kommt es, dass es in Au tennisballgrosse Körner hagelte?

Zogg: Hagelkörner entstehen in den Gewitterwolken. Dort herrschen heftige Auf- und Abwinde. Sobald erstere dominieren, werden die Körner für längere Zeit in der Schwebe gehalten und wachsen an. Erst wenn das Hagelkorn zu schwer ist, um von dem Aufwind gehalten zu werden, fällt es aus der Wolke und macht sich auf den langen Weg in Richtung Erdoberfläche.

Interview: Livia Caluori