Weitere 50 Schafe tot

Durch einen Tierkadaver im Futter hat Urs Maier in Iselisberg insgesamt 250 Tiere verloren. Jetzt erkranken keine Schafe mehr. Der wirtschaftliche Schaden ist immens.

Ida Sandl
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An Botulismus erkrankte und erschöpfte Schafe auf dem Hof von Urs Maier in Iselisberg. (Archivbild: Donato Caspari)

An Botulismus erkrankte und erschöpfte Schafe auf dem Hof von Urs Maier in Iselisberg. (Archivbild: Donato Caspari)

ISELISBERG. Ein paar Schafe sind noch nicht über den Berg: «Ich weiss nicht, ob sie es schaffen», sagt Urs Maier aus Iselisberg. Er hat 250 von insgesamt 700 Tieren verloren. Ursache war eine Vergiftung, ausgelöst durch einen Tierkadaver im Futter – auch bekannt als Botulismus. Bereits vorletzte Woche waren über 200 Schafe verendet, inzwischen sind weitere 50 dem Botulismus zum Opfer gefallen. Immerhin würden jetzt keine neuen Tiere mehr erkranken, sagt Maier.

50 Lämmer geboren

Ein weiterer Hoffnungsschimmer: In den letzten Tagen sind 50 Lämmer zur Welt gekommen. Allerdings ist dies nur ein schwacher Trost für den engagierten Tierhalter. Der unmittelbare Schock sei einfacher zu ertragen gewesen, sagt Maier, «aber jetzt müssen wir den Tatsachen ins Auge blicken». Heute kommt zum ersten Mal wieder der Milch-Lastwagen. Maier führt den grössten Milchschaf-Betrieb der Schweiz. Seit der Tragödie hat er nichts mehr geliefert. Die Milch wurde getestet, es sind keinerlei Rückstände gefunden worden. Maier hofft, dass er heute 100 Liter liefern kann. Das ist die Ausbeute von zwei Tagen. Vor dem grossen Sterben waren es in zwei Tagen 1200 Liter.

«Wir waren überwältigt»

Zum emotionalen Stress kommt der wirtschaftliche Druck. «Ich habe Verpflichtungen gegenüber Lieferanten und Angestellten.» Geld von der öffentlichen Hand kann Maier nicht erwarten. Früher habe es eine Tierversicherung gegeben, doch die sei aufgelöst worden. Neue Schafe kaufen sei nicht ohne weiteres möglich: «Es gibt in der Schweiz gar keine so grossen Bestände.» Von verschiedenen Betrieben Tiere zu holen, berge die Gefahr, dass man Krankheiten einschleppe. So schwer das Schicksal die Familie getroffen hat, so viel Mitgefühl hat sie auch erfahren: «Wir waren überwältigt», sagt Maier. «Das hat uns sehr geholfen.»