Weisse Flotte wird teurer

KONSTANZ. Die Bodensee-Schiffsbetriebe erhöhen nächstes Jahr die Preise für Tickets im Durchschnitt um 5,8 Prozent. Das hat die Geschäftsführung zum Ende der Saison mitgeteilt. Bislang waren dieses Jahr 2,2 Millionen Passagiere an Bord.

Stefan Borkert
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Saisonschluss: Die Bodensee-Schifffahrt ruht, wenn der Herbst Einzug hält. Allerdings sticht die Weisse Flotte zu einzelnen Events noch in See. (Bild: BSB)

Saisonschluss: Die Bodensee-Schifffahrt ruht, wenn der Herbst Einzug hält. Allerdings sticht die Weisse Flotte zu einzelnen Events noch in See. (Bild: BSB)

KONSTANZ. Die Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH (BSB), Konstanz, hat ihre Saison Ende Oktober abgeschlossen. Rund 2,2 Millionen Fahrgäste waren in den ersten zehn Monaten des Jahres an Bord. Das seien etwa sieben Prozent mehr als im Vorjahr. «Mit der Schifffahrtssaison 2011 sind wir sehr zufrieden», erklärt Jörg Handreke, Technischer Geschäftsführer der BSB, weiter. Handreke betont, das seien deutlich mehr Fahrgäste an Bord als im verregneten Vorjahr. Dasselbe gelte auch für den Partner, die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS). Stefan Ballier, Kaufmännischer Geschäftsführer BSB, sagte, dass der Umsatz um etwa acht Prozent auf 12,6 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Über die Gewinne und Verluste werde üblicherweise nicht öffentlich informiert, so Ballier weiter.

Mit den höheren Kraftstoffpreisen sowie den steigenden Personalkosten begründete Ballier die Verteuerung der Fahrpreise für die Weisse Flotte auf dem Bodensee um durchschnittlich 5,8 Prozent. Wobei er auch auf die zahlreichen Rabattmöglichkeiten hinwies. So bezahlen derzeit Mitfahrer in einem PW auf der Fähre von Romanshorn nach Friedrichshafen nur 50 Prozent des normalen Fahrpreises.

Wechselkursprobleme

Noch früher als die Schweizerische Nationalbank haben die BSB und SBS einen festen Wechselkurs auf der Fähre Romanshorn–Friedrichshafen festgelegt. Als der Franken im Verhältnis zum Euro stärker wurde, bezahlten immer mehr Schweizer Kunden auch in Euro. Um die Schere zwischen Euro- und Frankentickets nicht noch weiter zu öffnen, habe man den Wechselkurs für die Fährverbindung auf 1.26 Franken für einen Euro festgelegt, sagt Stefan Ballier. Die Passagierschiffe hatten allerdings keine zwei verschiedenen Tarife, da hier der jeweilige Tageskurs für die Tickets gilt.

Was die Werftkooperation und den Ausbau der Romanshorner Werft angeht, sieht Jörg Handreke optimistisch in die Zukunft. Es sei noch nicht genau definiert, wer mit wie viel schliesslich beteiligt sei. Gedacht sei ja, dass die SBS investieren und die BSB dann zur Refinanzierung mit entsprechenden Aufträgen beitrage. Mit der Untersee-Schifffahrt sei man inzwischen ebenfalls im Gespräch. Er rechnet mit konkreten Ergebnissen bezüglich des Werftausbaus Romanshorn im kommenden Jahr.

Gezieltes Marketing

Grösster Umsatzträger der BSB ist der Kursverkehr. Wobei mit individuellen Marketingmassnahmen die Zahl der Passagiere weiter gesteigert werden soll. So hat sich der Schnellkurs bewährt. Im Charterverkehr konnte der Umsatz um 22 Prozent gesteigert werden. Und die Zahl der Velofahrer ist um 12,8 Prozent auf 126 000 angestiegen. Jetzt im Winter werden die Schiffe einer umfassenden Revision unterzogen.