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Trotz Kirschessigfliege und Mehltau: Die Ostschweizer Weinbauern sind mit der diesjährigen Ernte zufrieden

Dem Ostschweizer Wein setzen Pilzbefall und Kirschessigfliege zu. Die Weinbauern sind dennoch zufrieden.
Marco Cappellari
Die Ernte fällt etwas geringer aus als im Vorjahr, mit der Qualität der Reben sind die Weinbauern zufrieden. (Bild: Andrea Stalder)

Die Ernte fällt etwas geringer aus als im Vorjahr, mit der Qualität der Reben sind die Weinbauern zufrieden. (Bild: Andrea Stalder)

«Ich bin vorsichtig optimistisch», sagt Markus Hardegger über die diesjährige Weinlese in der Ostschweiz, die jeweils von Ende September bis Mitte Oktober stattfindet. Hardegger ist Leiter der Fachstelle Weinbau des Kantons St.Gallen. «Die Qualität dürfte in diesem Jahr gut bis sehr gut werden», sagt er.

«Mit der bisherigen Ernte sind wir zufrieden. Wenn wir für die Schlussphase wie erwartet noch ein paar trockene Tage kriegen, wäre dies das i-Tüpfelchen.»

Abstriche wird es hingegen bei der Menge der Trauben geben. Alles in allem erwartet Hardegger ein solides Weinjahr 2019. Aber: «Sicher sein kann sich der Weinbauer erst, wenn der Wein im Fass ist.»

Markus Hardegger ist Leiter der Fachstelle Weinbau des Kantons St.Gallen (Bild: PD)

Markus Hardegger ist Leiter der Fachstelle Weinbau des Kantons St.Gallen (Bild: PD)

Zugesetzt hat den Reben die Feuchtigkeit der letzten Wochen. Diese beeinflusst einerseits die Menge, erhöht andererseits die Gefahr für Pilzbefall und Insektenschaden. «Das feuchte Wetter hat klar für einen erhöhten Infektionsdruck für den echten und den falschen Mehltau sowie für Fäulnis gesorgt», sagt Hardegger. «Schwerwiegender war allerdings der Kirschessigfliegen-Befall.» Der Schädling legt seine Eier in den Trauben ab, worauf diese unbrauchbar werden.

Mit Laubarbeit gegen Ernteausfall

«Wir werden wohl Ende nächster Woche mit der Lese fertig sein», sagt Roman Rutishauser vom Weingut am Steinig Tisch in Thal. Die ersten Sorten hat Rutishauser am 20. September geerntet. «Den erhöhten Pilzdruck haben wir festgestellt», sagt er.

«Das Jahr war deshalb herausfordernder, was den Mehltau anbelangt.»

Bis auf eine Bio-Parzelle, wo Rutishauser einen kleineren Pilzbefall hatte, seien aber kaum Ausfälle zu verzeichnen. Die weissen Sorten seien gut gediehen. «Bei den roten ist der Ertrag etwas niedriger. «Mit erwarteten fünf bis zehn Prozent halte sich der Ausfall im erträglichen Rahmen.» Das sehe ich als Bestätigung dafür, dass wir das Jahr über eine saubere Arbeit geleistet haben», sagt er. «Die erhöhte Pilzgefahr kann gut durch sorgfältige Laubarbeit ausgeglichen werden.»

Gemeint ist die Regulierung des Mikroklimas der Reben: Durch gezieltes Beschneiden der Blätter – und gegebenenfalls überschüssiger Trauben – sorgt der Weinbauer für eine optimale Durchlüftung und Belichtung der Reben. Sind die Blätter zu dicht, trocknen die Trauben nach Regenfall und Tau zu langsam.

Am meisten zu schaffen machte auch Rutishauser die Kirschessigfliege. «Dies hat zwar nicht zu grossem Ausfall geführt, erhöht aber wegen der nötigen Aussortierung den Arbeitsaufwand bei der Lese, wenn die befallenen Trauben rausgeschnitten oder aussortiert werden müssen.»

Frühreife Rote leiden am meisten

Martin Wolfer vom gleichnamigen Weingut in Weinfelden ist gerade mit der Ernte der Pinot-Noir-Trauben beschäftigt. Diese werde voraussichtlich bis Anfang nächster Woche dauern. «Es wird keine überragende Ernte wie im Rekordjahr 2018», sagt er. «Aber es wird ein gutes Jahr.» Da der Herbst zwar feucht, aber auch kalt war, hätten die Trauben diesen gut überstanden. Die Kirschessigfliege habe vor allem den frühreifen Roten zu schaffen gemacht. Wolfer:

«Jetzt sollte es ein paar trockene Tage geben.»

Auch bei der Schmid Wetli AG in Berneck sind vor allem die roten Sorten von der Kirschessigfliege betroffen, wie Kaspar Wetli sagt. «Getroffen hat es besonders die Dornfelder und den Cabernet Dorsa.» Die Qualität und Menge seien dennoch gut. Resistenter seien die weissen Sorten. «Hier ist die Forschung bereits weit. Die traditionellen Sorten werden zunehmend durch moderne Kreuzungen ersetzt, die resistenter gegen Pilzbefall sind.»

Die Lese dauere vor­aussichtlich noch zwei, drei Wochen – etwas länger als sonst. Gesamthaft rechnet Wetli mit einer um zehn bis zwanzig Prozent geringeren Ernte als im Rekordjahr 2018.

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