Weinfelden
Pflegepersonal vereint sich gegen den Impfzwang: Podium mit kontroverser Diskussion zu Coronamassnahmen

Pflegeberufe wollen sich gegen den Impfzwang vernetzen. Am Podium diskutiert die Öffentlichkeit mit. Nicht nur Pflegefachpersonen kamen an die Podiumsdiskussion SOS Gesundheitsberufe. 100 Besucherinnen und Besucher diskutierten kontrovers über das Gesundheitssystem.

Manuela Olgiati
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Markus Preising leitet die Podiumsdiskussion von SOS Gesundheitsberufe.

Markus Preising leitet die Podiumsdiskussion von SOS Gesundheitsberufe.

Bild: Manuela Olgiati

Markus Preising ist der Präsident des Vereins SOS Pflegeberufe. Diese Organisation veranstaltete am Freitagabend ein öffentliches Podium im Thurgauerhof. Rund 100 Besucherinnen und Besucher kamen.

Da Preising durchs Podium führt, will er von den Gästen im Saal als Erstes wissen: «Welche Erwartungen haben Sie an diese Veranstaltung?» Einzelne melden sich zu Wort, Preising notiert auf einer Tafel Aussagen: Wann erwacht die Masse, Solidarität der Pflegefachpersonen, Aufklärung über Covid-Massnahmen und Wirkung, Überlastete Kindernotfallstationen.

Preising sagt: «Wir vernetzen uns und tauschen uns aus.» Er setzt sich für den Verein ein, um Grundlagen für mehr Selbstbestimmung von Gesundheitspersonal zu schaffen. Er hatte vor einem Jahr als Heimleiter des Alterszentrums Weinfelden nach acht Jahren die Stelle gekündigt, weil er sich für die Umsetzung der Covid-Massnahmen von Bund, Kanton und Verwaltungsrat nicht weiter einspannen lassen wollte. Den Verein bezeichnet Preising nicht als Verschwörungsorganisation, die Mitglieder seien aber Impfgegner.

Kritik an der Politik

Viel Kritik lodert im Saal für den nicht anwesenden Departementschef Regierungsrat Urs Martin auf. Seine Aussage von «paradiesischen Zuständen» wird von den Podiumsteilnehmerinnen nicht goutieren. Das Podium bestreiten die Pflegeassistentin Bettina Simon und die Pflegefachfrauen Isabelle Staub und Jacqueline Noto.

«Politiker sollen hinhören», sagt Noto. Die Gesundheit vieler sei gefährdet. EDU-Kantonsrat Peter Schenk ergreift das Wort und sagt: Er fühlt sich an einer Sitzung im Grossen Rat von der Regierung und den Medien nicht ernst genommen. Schenk will sich über die Fluktuation der Gesundheitsberufe informieren, bekommt aber keine Antwort. Er sagt: «Ich bin enttäuscht.» Der anwesende SVP-Kantonsrat Oliver Martin hingegen wirbt für die kantonale Volksinitiative «Kein Zwang gegen Kinder und Jugendliche».

Ein Umdenken müsse stattfinden

Zu Nebenwirkungen nach dem Impfen macht ein Besucher am Podium eine Umfrage. Der Besucher nickt, als viele Hände nach oben strecken. Körperliche Beschwerden, eine angeschlagene Psyche, Arbeitsunfähigkeit, Auflagen zum Impfzwang sind publik gemacht. An der Diskussion beteiligen sich Gäste im Saal.

Fazit ist, dass ein Umdenken stattfinden müsse, damit nicht Pharmaindustrie und Politik die Ärzte und Pflege regieren, sondern umgekehrt, sagt Podiumsteilnehmerin Staub. Das Gesundheitssystem werde nur noch teurer und qualitativ noch schlechter und sie sähe gern eine kompetente Gesundheitsberatung.