Berg
Warum die Alten zu wenig gezeugt haben - Gewerbe-Treff findet Anklang

Am ersten Berger Gewerbe-Treff referierten der ehemalige Personalchef der Swissair sowie der Gründer des Start-Up-Unternehmens 1Limes.

Monika Wick
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Philipp Osterwalder, Florian Hartmann, Thomas Bitschnau, Piero Bühler und Matthias Mölleney am Gewerbe-Treff in Berg.

Philipp Osterwalder, Florian Hartmann, Thomas Bitschnau, Piero Bühler und Matthias Mölleney am Gewerbe-Treff in Berg.

Bild: Monika Wick

«Wir haben ein ernstes Problem auf dem Arbeitsmarkt», bemerkt Matthias Mölleney. Damit spricht der Referent des ersten Berger Gewerbe-Treffs die Herausforderungen an, die Unternehmen derzeit bei der Rekrutierung von geeignetem Fachpersonal beschäftigt. Mölleney ist der Leiter Center für Human Resources Management und Leadership an der HWZ Hochschule für Wirtschaft in Zürich und Verwaltungsratspräsident der Bodensee-Arena in Kreuzlingen und spricht am Montagabend vor rund 30 Gewerbetreibenden. Spannend erzählt und mit viel Wortwitz spricht Mölleney zum Thema «Arbeitgeberattraktivität für KMU’s in unsicheren Zeiten».

Matthias Mölleney bezeichnet sich als ‹Rekordhalter in Massenentlassung›, war er doch Personalchef der Swissair bis zu deren Grounding. Er ist überzeugt, dass die Volkswirtschaft nur durch Wachstum weiter funktioniert. «Wir Alten haben das Problem erzeugt, indem wir zu wenig gezeugt haben», sagt er lachend. Abschliessend gibt Matthias Mölleney den Gewerbetreibenden Tipps, wie heutzutage neue Arbeitskräfte gewonnen werden können.

«Ein sicherer Arbeitsplatz bei gleichzeitig flexiblen Arbeitsmodellen steht bei der Generation Z hoch im Kurs. Zudem möchte sie gefördert und gefordert werden», sagt er. Als wichtigstes Instrument sieht er das Gespräch und fordert dazu auf, offen und ehrlich miteinander zu kommunizieren.

Ein System um Fehler zu verhindern

Als weiterer Referent gewährt Philipp Osterwalder, Co-Founder des Start-Up-Unternehmens 1Limes, einen Einblick in sein Business. 1Limes wurde 2018 von vier Personen in Märstetten gegründet, heute hat es seinen Sitz in Zürich und beschäftigt zwölf Personen. Seine Firma bietet Labor- und Qualitätslösungen für verschiedenste Branchen an, mithilfe derer das komplexe Ökosystem von Mitarbeitenden, Systemen und Geräten digital miteinander verbunden werden kann.

«Heute kann es sein, dass sechs Arbeitsschritte von sechs Personen manuell verarbeitet werden, was grosses Potenzial für Fehler bietet», sagt Osterwalder. Dank der optimierten Laborlösung können Fehler um 75 Prozent minimiert und der Probendurchsatz um 25 Prozent erhöht werden, was bedeutet, dass die Hälfte aller Analysekosten eingespart werden können. «Ich habe zwar nicht alles begriffen, bemerke aber, dass das alles sehr zukunftsorientiert ist», sagt Bergs Gemeindepräsident Thomas Bitschnau abschliessend.

Als Ersatz für die «Berga»

Die Gemeinde hat erstmals zum Gewerbe-Treff eingeladen. Bitschnau erklärt, weshalb: «Nachdem die <Berga> nicht mehr stattfindet, möchte der Gemeinderat den örtlichen Gewerbetreibenden eine
Gelegenheit bieten, sich in ungezwungenem Rahmen zu treffen, sich
auszutauschen und Synergien zu schaffen.» Weiter erklärt der Gemeindepräsident, dass es zu den Legislaturzielen gehört, das Gewerbe neu zu vernetzen.

Zu Beginn des Gewerbe-Treffs informierten die Architekten Florian Hartmann und Piero Bühler über den Stand der Überbauung des Ziegeleiquartiers, mit dem sie sich seit sieben Jahren beschäftigen. «Die erste Etappe ist bereit für die Baueingabe», erklärt Florian Hartmann, nachdem er das Projekt kurz vorstellte. Zur ersten Etappe gehören die Wohn- und Gewerberäume direkt an der Strasse sowie das Wohngebäude im hinteren Teil des Areals.