Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wegen Winter-Comeback: Ostschweizer Obstbauern müssen um ihre Ernte zittern

Am Wochenende sinken die Temperaturen wieder merklich, und es besteht Frostgefahr. Für Ostschweizer Obstbauern könnte der Kälteeinbruch einen Ernteausfall bedeuten - ganz so schlimm wie 2017 dürfte es laut den Einschätzungen von Ralph Gilg, Präsident des Thurgauer Obstverbandes, aber nicht werden.
Natascha Arsic
Zuletzt mussten Ostschweizer Obstbauern vor zwei Jahren Frostkerzen aufstellen - damals jedoch im April. (Bild: Ralph Ribi, 19. April 2017)

Zuletzt mussten Ostschweizer Obstbauern vor zwei Jahren Frostkerzen aufstellen - damals jedoch im April. (Bild: Ralph Ribi, 19. April 2017)

Kaum hat man sich an das schöne Wetter gewöhnt, kündigt sich ein erneuter Kälteeinbruch an. In den Nächten auf Sonntag, Montag und Dienstag droht gemäss SRF Meteo Frost. Die Temperaturen können teils auf bis -4 Grad Celsius sinken. Für die Obstbauern sind das keine guten Nachrichten. Ralph Gilg, Präsident des Thurgauer Obstverbandes, sagt:

«Vor allem das Steinobst befindet sich zurzeit in einem kritischen Stadium, in welchem es für Frostschäden sehr anfällig ist.»

Temperaturen von -1 oder -2 Grad Celsius würde das Steinobst aushalten, bei -3 Grad Celsius wird es laut Gilg jedoch kritisch. «Es gibt Möglichkeiten, sich ein Stück weit vorzubereiten, beispielsweise durch das Aufstellen von Frostkerzen oder das Aufspannen von Witterungsschutzfolien.» Gerade beim Kernobst seien solche Massnahmen jedoch oft nicht möglich, sagt er.

Ralph Gilg bei der letztjährigen Apfelernte. (Archivbild: Keystone)

Ralph Gilg bei der letztjährigen Apfelernte. (Archivbild: Keystone)

Apfelbäume können beispielsweise nicht mit einer Folie bedeckt werden, und somit sei es schwieriger, die Temperatur zu erhalten, auch wenn Frostkerzen verwendet werden. Der Aufwand ist laut Gilg jedoch auch nicht für alle Sorten wirtschaftlich gleichermassen gerechtfertigt. «Bei Kernobst werden nur vier Prozent der Blüten benötigt. Wenn sie bei einem Kirschbaum jedoch zerstört sind, gibt es keine Ernte», sagt er.

Ausfälle von 50 Millionen Franken im Jahr 2017

Mit dem bisherigen Wetter war Gilg im Allgemeinen zufrieden, die Blütephase verlaufe solid. Erfreulich sei auch, dass die Infektionsbedingungen für den Feuerbrand nicht optimal waren und somit die Chancen für ein Jahr mit geringem Feuerbrand-Risiko gut stehen.

«Der Frühling war bis jetzt sehr trocken, deshalb waren die Niederschläge der letzten Woche positiv für unsere Obstbäume.» Jetzt gilt es jedoch, die wohl kritischste Nacht von Sonntag auf Montag gut zu überstehen. Gilg sagt:

«Im schlimmsten Fall kann ein später Bodenfrost zu einem Komplettausfall der Ernte führen.»

Er geht jedoch nicht davon aus, dass die Temperaturen bis auf -5 Grad Celsius wie im Jahr 2017 sinken. Damals mussten viele Obstbauern deutliche Ernteeinbussen wegen Frühlingsfrost im April hinnehmen.
Gemäss der Schweizer Hagel-Versicherungs-Gesellschaft entstanden vor allem bei Obst, Beeren und Reben Ausfälle von über 50 Millionen Franken.

Zahlen des Schweizer Obstverbandes zeigen, dass letztes Jahr insgesamt 167’108 Tonnen Äpfel geerntet wurden, 2017 waren es zirka 40 Prozent weniger. Bei der Tafelzwetschge war die Ernte 2017 mit lediglich 1118 Tonnen noch schlechter – zum Vergleich: Im Jahr 2018 waren es 2814 Tonnen. «Weitere schmerzliche Verluste müssen unbedingt vermieden werden», sagt Gilg.

Frostschutzversicherung für Obst und Beeren

Zwar ist ein Temperaturrückgang im Frühling kein neues Phänomen, die Regelmässigkeit von Spätfrösten sei jedoch schon eher ungewöhnlich, sagt Gilg. Die Schweizer Hagel-Versicherung reagierte auf die Ereignisse des vorletzten Jahres und führte per 1. Januar 2018 eine zusätzliche Frostschutzversicherung für Obst und Beeren ein.

Diese garantiert den Versicherten einen Ertrag von mindestens 55 Prozent bei Frühlingsfrostschäden. Gemäss Medienmitteilung der Schweizer Hagel-Versicherung wurden bis Mitte April 2018 rund 160 Frostversicherungen mit einer Summe von knapp zehn Millionen Franken abgeschlossen. Dies entspricht rund fünf Prozent der Schweizer Obst- und Beerenfläche. Bei den Reben ist mit 770 Versicherungen die doppelte Fläche gedeckt.

Tipps für den eigenen Garten

Die einfachste Methode, um empfindliche Topfpflanzen vor Frostschäden zu schützen, ist, sie ins Haus zu holen. Anderen Pflanzenarten können mit Vlies oder einer Plastikfolie bedeckt werden. Das Wichtigste ist, die benötigte Temperatur zu erhalten und die Pflanze so zu schützen, dass kein Schnee auf ihr liegen bleiben kann. Trockene Pflanzen sind nämlich weniger anfällig für Frost. (nat)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.