Wegen schärferer Coronamassnahmen: Ab nächstem Wochenende fallen alle ÖV-Nachtverbindungen in der Schweiz aus

Die Coronapandemie schränkt den öffentlichen Verkehr
erneut ein. Ab Freitag sind sämtliche Nachtangebote gestrichen. Nicht betroffen sind die regulären Spätverbindungen.

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Ein Nachtzug in Weinfelden.

Ein Nachtzug in Weinfelden.

Bild: Chris Mansfield

(dar/sme) Der Betrieb des Ostschweizer Nachtnetz-Angebots soll aufgrund der neuen Coronamassnahmen bis auf Weiteres eingestellt werden. Dies vermeldet «Toponline.ch». Das Nachtnetz werde in der ganzen Ostschweiz eingestellt, zitiert die News-Plattform Christoph Wahrenberger-Meissner der Schaffhauser Verkehrsbetriebe. So stelle der Kanton Schaffhausen ab dem 6. November den Nachtbusbetrieb ein. Ebenso fallen ab diesem Datum die Nachtverbindungen der Frauenfeld-Wil-Bahn aus, wie der Website des Bahnbetriebs zu entnehmen ist.

Die Einstellung gilt bis auf Weiteres

Stefan Thalmann, Leiter der Abteilung öffentlicher Verkehr beim Kanton Thurgau, bestätigt auf Anfrage, dass ab Freitag in der ganzen Schweiz keine Nachtzüge und Nachtbusse mehr verkehren. Dieses Vorgehen sei landesweit koordiniert und mit sämtlichen Kantonen abgesprochen. Nach den verschärften Massnahmen des Bundes, durch die etwa Restaurants um 23 Uhr schliessen müssen, kommt dieser Schritt nicht überraschend. In einer gemeinsamen Medienmitteilung vom Dienstagmorgen kommunizieren SBB und Postauto ebenfalls die Einstellung des Nachtnetzes. Dieses erfolge vorerst unbefristet. Die SBB schreiben:

«Die Wiederaufnahme hängt von den Vorgaben des Bundesrates zu den Bereichen Sperrstunde und Nachtleben ab.»

Nicht betroffen sind indes die regulären Spätverbindungen, ist der Medienmitteilung zu entnehmen.

Das Ostschweizer Nachtnetz umfasst verschiedene Bahn- und Buslinien in der Region. Es ermöglicht im Normalfall in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag den öffentlichen Verkehr bis in die frühen Morgenstunden. Weitere Angebote des ÖV-Betriebs in der Ostschweiz sollen aber nicht eingeschränkt werden.

Nach dem Lockdown wieder hochgefahren

Die Nachtzüge für Spätheimkehrer wurden erstmals mit dem Lockdown im März gestrichen. In der Ostschweiz nahmen sie Mitte Juli dann die Fahrt wieder auf. Der Bundesrat stellte aus Sicht der Ostschweizer Kantone die Weichen dafür, indem er einen Monat zuvor die im Lockdown verhängte Polizeistunde aufgehoben hatte und Anlässe bis 300 Personen wieder erlaubte.

Anders verhielt sich der Kanton Zürich. Die Nachtverbindungen des Zürcher Verkehrsverbundes wurden seit März nie wieder hochgefahren.

Auch bei der Schifffahrt Untersee und Rhein (URh) bleiben die Motoren still. «Die neusten Coronaverordnungen lassen keine weiteren Fahrten zu», schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Sämtliche Ausflugsschiffe im Herbst, aber auch etwa die geplanten Sonderfahrten mit Brunch- und Fondue-Schiffen werden somit bis Ende 2020 ersatzlos gestrichen.

«Den ungebetenen blinden Passagier ‹Covid-19› werden wir nur los, wenn wir jetzt gemeinsam verzichten.»