Wegen Liebes-SMS hat ein Mann in Vorarlberg seine Frau ermordet – jetzt muss er zwölf Jahre ins Gefängnis

Weil ein eifersüchtiger Ehemann seine armenische Frau ermordete, muss er für zwölf Jahre ins Gefängnis.


Christiane Eckert
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Mit einem Mann tauschte die Frau in einer Woche 1800 Nachrichten aus.

Mit einem Mann tauschte die Frau in einer Woche 1800 Nachrichten aus.

Symbolbild: Ralph Ribi

Vier Jahre Ehe, laut Angeklagtem harmonisch, wenngleich von den Eltern eingefädelt. Die Eltern der 21-Jährigen blieben in Armenien, sie kam nach Vorarlberg zu den Verwandten ihres Mannes in Bludenz. Die beiden waren nach ihrer Tradition Mann und Frau, die standesamtliche Bestätigung sollte folgen. Auch wünschte sich das Paar offenbar nichts sehnlicher als Kinder, sie suchten sogar eine Kinderwunschklinik auf, wie die Verteidigung des Ehemannes vor Gericht ausführte.

Doch dann erwischte der armenische Maschinenführer seine Frau mit seinem Handy im Ehebett, wie sie heimlich chattete. Mit einem Mann tauschte sie in einer Woche 1800 Nachrichten aus. «Wie geht es Dir mein Liebling, Du bist so süss», heisst es unter anderem. Immer wieder Herzen, Liebesschwüre und Kussmund. Der 25-Jährige dreht durch, ohrfeigt seine Frau und erwürgt sie schliesslich.

Laut Gerichtsmedizin dauerte der Todeskampf mindestens drei bis fünf Minuten. Durch den andauernden Sauerstoffmangel kam es zu irreversiblen Hirnschäden, die Frau verstarb. Die Tötungshandlung gibt der Mann zu, die Verteidigung plädiert jedoch nicht auf Mord, sondern auf Totschlag, also Tötung in einer allgemein begreiflichen, heftigen Gemütsbewegung. Bei dieser Form der Tötung reduziert sich die Strafe auf fünf bis zehn Jahre Gefängnis. Bei Mord sind zehn Jahre das Minimum.

Die Geschworenen sprechen von Mord

Der Gerichtspsychiater referierte zu der Frage, ob der Mann durch den Sturm der Gefühle dermassen hinweggefegt wurde, dass er unzurechnungsfähig war. Das gibt es allerdings ex­trem selten. In einem solchen Fall hätte der Mann gar nicht mehr anders handeln können. Doch alles spricht gegen diesen Fall der Schuldunfähigkeit. Der 25-Jährige hatte keine psychischen Probleme und es gab während der immerhin drei- bis fünfminütigen Tötungshandlung mehrmals die Gelegenheit, von seiner Frau abzulassen. Anders als beispielsweise bei einem einzigen, tödlichen Stich.

Laut Geschworenen ist der Armenier ein Mörder. Das stellten die Laienrichter einstimmig nach kurzer Beratung fest. Den Hinterbliebenen des Opfers wurden insgesamt 18000 Euro zugesprochen. Bei der Strafbemessung wurden vor allem die bisherige Unbescholtenheit und das Geständnis des 25-Jährigen mildernd gewertet. Die Familie des Verurteilten zeigte sich im Gerichtssaal tief betroffen von der Entscheidung, es gab Tränen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung kündigte bereits eine Nichtigkeitsbeschwerde an und auch das Strafmass bezeichnet sie als zu hoch.