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Wegen Hitze nach drei Stunden verstorben

«Die letzte Station», Ausgabe vom 14. Januar
Gabriela Etter

Zum Artikel über das neue Hospiz in St. Gallen: An und für sich finde ich ein Hospiz eine gute Sache. Vor allem für Menschen, die sich freiwillig dafür entscheiden können. Ich habe aber leider die Erfahrung machen müssen, dass Patienten, welche gerne im Spital sterben möchten, dies nicht mehr können. Palliativstationen sind per Gesetz nur für kurze Spitalaufenthalte gedacht (wurde mir so erklärt). Bei einem Aufenthalt von mehr als zwei Wochen müsse der Arzt ein Gesuch an die Krankenkasse stellen.

Mein Bruder wäre am liebsten im Spital (im Kanton Zürich) gestorben. Das Spitalteam entschied anders. Trotz meiner Interventionen. Er musste in ein Hospiz eintreten und dies an einem Tag, für den der Bund eine Hitzewarnung ausgesprochen hatte. Mein Bruder hatte panische Angst vor dem Wechsel, und durch den Stress und die Hitze verstarb er drei Stunden nach dem Transport. – Dieses Vorgehen hat den Namen «Palliative Care» nicht verdient, zumal es aus Kostengründen geschah. So etwas möchte ich niemandem wünschen. Ein Hospiz ist an und für sich gut, aber der Patient sollte wählen dürfen, wo er sterben möchte. Für diese verbleibende kurze Zeit dürfen die Kosten nicht ausschlaggebend sein.

Gabriela Etter

Rosenfeldstrasse 4, 9000 St. Gallen

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