Wegen der Coronapandemie: Kantonsspital St.Gallen rüstet die Intensivpflege weiter auf

Noch hat es freie Plätze auf den Intensivstationen am Kantonsspital St. Gallen. Als «stabil auf hohem Niveau» bezeichnen Fachleute die aktuelle Situation. Doch dies kann sich innert Stunden ändern. Das Spital hat deshalb vier weitere Intensivplätze in Betrieb genommen. So stehen neu 48 Plätze zur Verfügung.

Regula Weik
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Corona-Patient auf der Intensivstation des Kantonsspitals St.Gallen.

Corona-Patient auf der Intensivstation des Kantonsspitals St.Gallen.

Bild: Arthur Gamsa

20 an Corona erkrankte Patientinnen und Patienten waren am Mittwochvormittag am Kantonsspital St. Gallen auf Intensivpflege angewiesen. Das tönt nach viel freien Betten. Doch Philipp Lutz, Mediensprecher des Kantonsspitals, warnt: Diese Plätze seien für alle Patientinnen und Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, nicht nur für Coronapatienten.

Philipp Lutz, Mediensprecher des Kantonsspitals St. Gallen.

Philipp Lutz, Mediensprecher des Kantonsspitals St. Gallen.

Bild: PD

Aktuell verfügt das Kantonsspital über 48 Intensivplätze. Es hat in den letzten Tagen die Kapazitäten der beiden Intensivstationen um vier Plätze erweitert. Hat das Kantonsspital gleichzeitig auch die internen Massnahmen verschärft? Lutz verneint: Die Anzahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen des Kantonsspitals sei seit einigen Tagen «auf hohem Niveau stabil».

Und: «Die bisherigen Massnahmen, vor allem der Verzicht auf Wahleingriffe, die einen Platz auf der Intensivstation benötigen, trugen dazu bei, dass vorerst auf zusätzliche, einschneidende Reduktionen verzichtet werden kann.» Denn:

«Damit wir die Kapazitäten erhöhen können, sind Betriebsreduktionen nötig.»

Es müssten denn auch weiterhin nicht-dringliche Termine verschoben werden, um genügend Personal auf den Intensivstationen zur Verfügung zu haben.

Auf einer Zwischenstufe zur maximal möglichen Variante

Im Normalbetrieb verfügt das Kantonsspital über 36 Plätze auf seinen beiden Intensivstationen. In einer ersten Stufe wurde diese Kapazität auf 44 Plätze ausgebaut. Sie befänden sich mit den vier neuen, zusätzlichen Plätzen nun quasi in einer «Zwischenstufe» zur maximal möglichen Variante, sagt Lutz. Das wären dann 58 Intensivbetten.

Dieser Ausbauschritt hätte laut Lutz weitere Reduktionen bei den Wahleingriffen zur Folge und es wären dann wohl auch Einschnitte beim ambulanten Angebot nötig.

Zusammenarbeit mit Privatklinik

«Wir schätzen es, dass auch die Hirslanden Klinik Stephanshorn angeboten hat, Corona-Patienten intensivmedizinisch zu betreuen», sagt Lutz. So hätten sie vergangene Woche eine Anfrage um Aufnahme eines Patienten an die Privatklinik weiterleiten können. Diese Person werde nun auf der Intensivstation der Hirslanden Klinik Stephanshorn behandelt.