Wegen befürchteter Widerstände: Hotel Hof Weissbad richtet Seminarplanung neu aus

Das Hotel Hof Weissbad setzt das geplante Seminargebäude «Tannbick» nun doch nicht um. Grund dafür sind befürchtete Widerstände und Hindernisse, die eine zeitliche Verzögerung des Bauvorhabens zur Folge hätten.

Claudio Weder
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So hätte das neue Seminargebäude «Tannbick» des Hotels Hof Weissbad ausgesehen. (Visualisierung: PD)

So hätte das neue Seminargebäude «Tannbick» des Hotels Hof Weissbad ausgesehen. (Visualisierung: PD)

Es sei ein schwieriger Entscheid gewesen, sagt Sepp Breitenmoser, Verwaltungsratspräsident des Hotels Hof Weissbad. Das Seminargebäude «Tannbick», das als Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs für den geplanten Seminarpark hervorgegangen war, wird nicht umgesetzt. Basierend auf der Einschätzung von Experten und verschiedenen Gesprächen mit Planern, Behördenmitgliedern und Nachbarn bedürfe das ausgewählte Projekt einer aufwendigen Zonenplanänderung. Dies teilte Breitenmoser gestern an der Pressekonferenz zur Neuausrichtung der Seminarplanung mit.

Die absehbaren Widerstände und Hindernisse würden nicht nur politische und rechtliche Unsicherheiten mit sich bringen, sondern auch eine zeitliche Verzögerung, die dem «Hof Weissbad» finanziell und imagemässig schaden würde. Der Verwaltungsrat bedauert den Entscheid. «Was mich am meisten schmerzt, ist, dass viel Arbeit und Leidenschaft in dieses Projekt gesteckt worden ist», so Breitenmoser.

Markt mit Seminarräumen ist hart umkämpft

Rückblick: Im Zusammenhang mit dem geplanten Seminarpark gegenüber des Hauptgebäudes des Hotels lancierte die Baumanagementfirma Appert Hanselmann AG einen Projektwettbewerb, der im April 2018 abgeschlossen wurde. Als Sieger ging das Projekt «Tannbick» des Architekturbüros Oester Pfenninger aus Zürich hervor. Dieses plante, inmitten einer parkähnlichen Landschaft einen viergeschossigen Pavillon in Form eines verglasten Würfels zu errichten. Dieser hätte Platz für insgesamt fünf Seminar- und Gruppenräume geboten.

«Mit der Auswahl des Siegerprojekts ‹Tannbick› haben wir uns auf die Risikoschiene begeben», gibt Breitenmoser zu. «Doch wir waren überzeugt, dieses Risiko verantworten zu können. Als wir merkten, dass wir das Projekt nicht zeitnah umsetzen und die daraus entstehenden finanziellen Folgen nicht verantworten können, haben wir uns entschlossen, die Übung abzubrechen.»

Dem Zeitfaktor müsse höchste Priorität eingeräumt werden, sagt Breitenmoser. «Mit dem Abbruch des Parkcafés im Winter 2018 haben wir Seminarräume verloren, die uns jetzt fehlen.» Da der Markt mit Seminaren hart umkämpft sei, müsse bald ein Angebot an Seminarräumlichkeiten geschaffen werden, das den Marktbedürfnissen entspreche.

Baugesuch soll im Frühjahr 2020 vorliegen

Wie weiter? Der Verwaltungsrat der Hof Weissbad AG wird nun ein redimensioniertes Projekt in Planung geben, welches ohne Zonenplanänderung und durch ein normales Baugesuchsverfahren bewilligt und realisiert werden kann. Erneut ist dabei die Nutzung des Raums zwischen dem «Haus Pothoff» und dem «Hof-Haus» vorgesehen.

Das Hotel Hof Weissbad arbeitet weiterhin mit dem Bezirk Schwende am «Entwicklungskonzept Haslensteg – Hof Weissbad – Glandenstein». Aus dieser Arbeit soll eine zukunftsgerichtete Entwicklung des gesamten Quartiers entstehen. Mit dem Entscheid zu Gunsten eines redimensionierten bauzonenkonformen Seminarprojektes versprechen sich Verwaltungsrat und Geschäftsleitung eine zeitnahe Realisierung, die für den wirtschaftlichen Erfolg der Hof Weissbad AG zentral ist.

Das reduzierte Projekt wird durch eine Arbeitsgruppe begleitet. «Ziel ist, dass wir im Frühjahr 2020 ein baugesuchsreifes Projekt auf dem Tisch haben», sagt Breitenmoser.