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Ein Handwerker hat wegen 50 Franken beinahe getötet

Bei Sargans kam es letzten Sommer wegen eines läppischen Betrags zu einer Messerstecherei. Am Dienstag steht der Täter vor Gericht.
Reinhold Meier
In einem unkontrollierten Wutausbruch hat der Täter mehrfach auf sein Opfer eingestochen. Symbolbild: Getty

In einem unkontrollierten Wutausbruch hat der Täter mehrfach auf sein Opfer eingestochen. Symbolbild: Getty

Am Kreisgericht Mels muss sich am Dienstag ein türkischer Handwerker verantworten. Dem Mann wird versuchte fahrlässige Tötung vorgeworfen. Wegen 50 Franken soll er beinahe einen Mann aus Österreich erstochen haben.

Zur Bluttat ist es im Sommer letzten Jahres gekommen, an einer Tankstelle nahe der Autobahn im Raum des Sarganser Dreiecks. Hier hielt sich das spätere Opfer am Abend zum Imbiss auf. Zuvor hatte es dem Angeklagten per Telefon mitgeteilt, dass es für eine vorzeitige Wohnungsübergabe nur 250 Franken zahlen wolle. Eigentlich hatten die beiden 350 Franken vereinbart. Auf Nachfrage liess der Österreicher seinen Aufenthaltsort durchblicken.

Ein unkontrollierter Wutausbruch

Mit dieser Info im Gepäck lenkte der mutmassliche Täter, ein 64-jähriger Asbest-Sanierer alsbald seinen Mercedes an die besagte Füllstation, um dort sein Opfer zu treffen, so die Anklage. Nachdem er sein Fahrzeug abgestellt hatte, ging er direkt auf den Österreicher zu und stellte ihn zur Rede. Nach einem Wortgefecht erklärte er sich schliesslich zwar bereit, auf 100 Franken seiner Forderung zu verzichten. Doch als das spätere Opfer dann seinerseits auf einmal bloss noch 200 Franken anbot, statt der in Aussicht stehenden 250, kam es laut Staatsanwalt zu dem unkontrollierten Wutausbruch beim Türken.

Auslöser dafür sei die massive Kränkung gewesen, die der Beschuldigte empfunden habe, gibt sich die Anklage überzeugt. Der Mann soll sich durch die ungerechte Behandlung erniedrigt gefühlt haben, gedemütigt, gerade auch vor den umstehenden Personen. Das habe ihn zur Weissglut gebracht. Ausser sich vor Wut sei er zu seinem Auto gerannt, habe aus dem Kofferraum ein Messer mit einer 26 Zentimeter langen Klinge geholt.

Dann sei er auf den Kontrahenten zugerannt und habe die vollen 250 Franken eingefordert. Der Angegriffene habe sich gewehrt, worauf der Mann mit dem Messer zunächst kurz zurückwich. Dann aber sei er erneut auf sein Opfer zugegangen und vor dessen erneuter Abwehr nicht mehr zurückgewichen. So eskalierte die Situation. Das Opfer hat einen Stuhl ergriffen und damit auf den Angreifer eingeschlagen. Der blutete alsbald am Kopf, liess sich aber von der Attacke nicht abhalten und ging seinerseits mit grosser Wucht zum unkontrollierten Messerangriff über.

Ein blutiger Kampf

Die Stichwaffe traf in den linken Oberbauch des Gegners und drang tief in dessen freie Bauchhöhle ein. Ein Stich, der laut Anklage hätte tödlich sein können. Trotz der lebensgefährlichen Verletzung ging der Gewaltexzess aber weiter. Mehrmals versuchte der Täter weiter auf das Opfer einzustechen, bis dieses schliesslich zu Boden ging. Der Angreifer kniete sich nun über ihn und setzte zu einem weiteren Messerstich auf den Wehrlosen an. Allein den umstehenden Zeugen sei zu verdanken, dass es dazu nicht gekommen sei, betont die Anklage weiter. Diese hätten dem Angreifer das Messer entreissen können.

Das Opfer wehrte sich erneut. Unter Schmerzen und Blutverlust erhob sich der Mann und griff wiederum den Beschuldigten an, brachte ihn sogar zu Fall. Dieser stand aber sofort wieder auf und ging erneut zum Gegenangriff über. Dann endlich gelang es Zeugen, die beiden zu trennen. Das Opfer überlebte schliesslich wohl nur dank der raschen Hilfe, die er im Kantonsspital erhielt.

Fünf Jahre Haft gefordert

Der Angreifer wurde noch am gleichen Tag von der Polizei festgenommen. Er sass zunächst 27 Tage im Untersuchungsgefängnis, seitdem im vorzeitigen Strafvollzug. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Dazu sollen ein Landesverweis von 15 Jahren kommen sowie Verfahrenskosten im gehobenen fünfstelligen Bereich.

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