Wattwil setzt Zürich unter Strom

In Wattwil ist die grösste Photovoltaik-Anlage der Ostschweiz eingeweiht worden. Sie erstreckt sich über vier Dächer der Schulanlage Grüenau und liefert pro Jahr 164 000 Kilowattstunden Strom. Die Energie wird nach Zürich verkauft.

Merken
Drucken
Teilen
Strom für 40 Haushaltungen produziert die neue Solaranlage auf dem Grüenau-Areal in Wattwil. (Bild: pd)

Strom für 40 Haushaltungen produziert die neue Solaranlage auf dem Grüenau-Areal in Wattwil. (Bild: pd)

920 000 Franken hat sie gekostet, die Photovoltaik-Anlage auf den vier Dächern der Wattwiler Schulanlage Grüenau. Sie produziert pro Jahr 164 000 Kilowattstunden Strom, was für rund 40 Haushaltungen ausreichen würde.

Der Strom wird aber nicht im Toggenburg konsumiert, sondern in Zürich. Zumindest in den nächsten zwanzig Jahren – denn erst der Vertrag mit dem Elektrizitätswerk Zürich (EWZ), das den Strom in die eigene Solarstrombörse aufnimmt, hat den Bau der Anlage ermöglicht.

35 Jahre lang Strom

Das EWZ zahlt durchschnittlich 50 Rappen pro Kilowattstunde. Laut Thomas Grob, Präsident von Energietal Toggenburg und Verwaltungsratspräsident der Energie Wattwil, wird die Anlage in zwanzig Jahren amortisiert sein. Die Lebensdauer der Photovoltaik-Module betrage ungefähr 30 bis 35 Jahre.

Feierliche Einweihung

Seit Dezember 2009 ist die Anlage bereits in Betrieb; die Stromproduktion lässt sich an einem Zähler am Eingang des Schulhauses ablesen.

Offiziell eingeweiht wurde sie aber erst am Mittwochabend: Regierungsrätin Heidi Hanselmann und Schwingerkönig Nöldi Forrer schlossen die Anlage im Rahmen eines grossen Festaktes symbolisch ans Stromnetz an.

«Energy Race» ins Wallis

Die Einweihung war gleichzeitig der Startschuss zu einem Elektrovelo-Wettrennen von Wattwil nach Fiesch im Wallis. Schüler aus der Toggenburger und der Walliser Gemeinde traten dabei gegeneinander an.

Zuerst wurden die Batterien für die Velos mit Wasserkraft-Turbinen aufgeladen, dann nahmen die Schüler die Strecke quer durch die Schweiz in Angriff – mit Halt in Rapperswil, Schwyz, Altdorf und Oberwald. An jedem Etappenort wurden die Fahrer gewechselt und die Batterien aufgeladen. Beim Rennen ging es nicht in erster Linie um Geschwindigkeit. Vielmehr war die grösste Herausforderung, den Strom möglichst sparsam zu verbrauchen. (hak)