Wassersport
Schwimmen, Böötlen, Stand-up-Paddling: Mit diesen Tipps sind Sie sicher im und auf dem Wasser unterwegs

Mit dem Schlauchboot im Fluss treiben, das macht Spass – ist aber nicht ungefährlich. Lesen Sie hier, worauf es ankommt.

Jolanda Riedener, Janine Gloor und Valentina Thurnherr
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Besonders im Hochsommer sind Ausflüge mit dem Schlauchboot beliebt, wie hier auf dem Rhein in Diessenhofen.

Besonders im Hochsommer sind Ausflüge mit dem Schlauchboot beliebt, wie hier auf dem Rhein in Diessenhofen.

Bild: Reto Martin
(26. Juni 2019)

Der Spassfaktor im Wasser ist gross. Es birgt jedoch auch Gefahren. Nachfolgende Tipps helfen im Umgang mit dem Schlauchboot, beim Schwimmen in freien Gewässern und Flüssen oder beim Tauchen. Am grundlegendsten sind die gesetzlichen Vorschriften, die beim Böötliplausch gelten. Testen Sie Ihr Wissen im Quiz?

Frage 1 / 6

Eine Rettungsweste beim Böötlen zu tragen, ist sicher eine gute Idee.

Wo ist ein Rettungsmittel für Schlauchbootpassagiere freiwillig?

Im Fluss.
Rettungsmittel sind auf dem ganzen See freiwillig.
Im See, ausserhalb der Uferzone von 300 Metern.
Im Uferbereich eines Sees, bis 300 Meter.

Präventionsregeln fürs Baden

Beim Baden und Schwimmen können Leichtsinn, Übermut, Alkoholkonsum, Kälte und Strömungen verhängnisvoll sein. Gut schwimmen können alleine genügt dann oft nicht mehr. Diese sechs Baderegeln der Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) sollen dabei helfen, die wichtigsten Punkte nicht aus den Augen zu verlieren:

  1. Kinder nur begleitet ans Wasser lassen. Kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen.
  2. Nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser gehen. Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.
  3. Nie überhitzt ins Wasser springen! Der Körper braucht Anpassungszeit.
  4. Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen. Unbekanntes kann Gefahren bergen.
  5. Luftmatratzen und Schwimmhilfen gehören nicht ins tiefe Wasser, sie bieten keine Sicherheit.
  6. Lange Strecken nie alleine schwimmen. Auch der besttrainierte Körper kann eine Schwäche erleiden.

Wer im freien Gewässer schwimmt, nimmt am besten eine Boje oder Auftriebshilfe mit: Sie sorgen für Sichtbarkeit gegenüber Booten oder Schiffen und können Schwimmerinnen und Schwimmer notfalls über Wasser halten. Damit sind aber nicht Luftmatratzen und Schwimmhilfen gemeint, wie unter Punkt 5 vermerkt.

Dank Bojen und Auftriebshilfen bleiben Schwimmer im Wasser sichtbar.

Dank Bojen und Auftriebshilfen bleiben Schwimmer im Wasser sichtbar.

Bild: Nadia Schärli

Was tun im Notfall?

Sie beobachten vom Ufer aus, dass jemand im See oder Fluss Schwierigkeiten hat? Das Bundesamt für Unfallverhütung beschreibt auf seiner Website, was Sie tun können:

  • Versuchen Sie, ruhig zu bleiben.
  • Rufen Sie vor einer Rettungsaktion immer zuerst um Hilfe. Sprechen Sie Personen in Ihrer direkten Nähe an und fordern Sie diese persönlich zur Hilfe auf. 
  • Alarmieren Sie die Rettungskräfte unter der Notfallnummer 112 oder lassen Sie diese durch Drittpersonen alarmieren – zwingend bevor jemand allenfalls ins Wasser steigt. Lieber einmal zu viel als zu wenig alarmieren.
  • Überprüfen Sie die Umgebung auf mögliche Gefahren wie ein steiles Ufer oder eine starke Strömung. Nur ins Wasser gehen, wenn die eigene Sicherheit gewährt bleibt.

Sicher auf dem Fluss unterwegs

Wer mit einem Gummi- oder Schlauchboot auf der Thur oder dem Rhein unterwegs ist, hält sich an die sechs Flussregeln der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG). So kann jeder zu seiner Sicherheit beitragen. «Wir empfehlen, konsequent eine Schwimmweste zu tragen», sagt Mediensprecher Philipp Binaghi.

Philipp Binaghi, Mediensprecher der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG).

Philipp Binaghi, Mediensprecher der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG).

Bild: PD

Präventionsregeln im Fluss

  1. Schlauchbootfahrer müssen auf Flüssen mit einer Rettungsweste ausgerüstet sein.
  2. Die auf dem Boot angegebene Nutzlast darf nicht überschritten werden.
  3. Boote nicht zusammenbinden, sie sind so nicht mehr manövrierfähig.
  4. Unbekannte Flussabschnitte müssen vor der Fahrt zuerst erkundet werden.
  5. In freie Gewässer wie Flüsse, Weiher und Seen sollen sich nur gute und geübte Schwimmer wagen.
  6. Unterkühlung kann zu Muskelkrämpfen führen. Je kälter das Wasser ist, umso kürzer sollte der Aufenthalt im Wasser ausfallen. 

Nur gerade 8 Prozent der Böötlerinnen und Böötler tragen auf Flüssen eine Rettungsweste, heisst es auf der Website des Bundesamts für Unfallverhütung (BFU). Dabei ist sie Pflicht und eine gute Weste im Notfall eine Lebensversicherung. Sie dreht Personen im Wasser automatisch auf den Rücken. Sogar wer ohnmächtig ist, hat dadurch freie Atemwege. Ein Grossteil der tödlichen Bootsunfälle könnte gar verhindert werden, würden alle auf dem Boot konsequent eine Rettungsweste tragen.

Video: BFU

Das Zusammenbinden von Booten sollte man vermeiden: Dadurch sind sie nicht mehr manövrierbar. Vor der ersten Tour auf einem unbekannten Flussabschnitt sollte man ausserdem die Strecke am Ufer zu Fuss erkunden. So kann man in Ruhe alle Hindernisse und gefährlichen Stellen erkennen. Trifft man im Wasser auf ein unerwartetes Hindernis, muss man schnell reagieren. Das führe zu Stresssituationen und begünstige unüberlegte Entscheidungen, erklärt SLRG-Pressesprecher Binaghi.

Gesetzliche Bestimmungen für Schlauchboote

Schlauchboote, die kleiner als 2,5 Meter sind, dürfen sich nur in der inneren Uferzone aufhalten, also 150 Meter vom Ufer entfernt. Gummiboote über 2,5 Meter dürfen sich auch ausserhalb der Zone bewegen, müssen aber immatrikuliert sein.

Nicht immatrikulierte Boote müssen mit Name und Adresse versehen sein. Idealerweise auch mit der Telefonnummer: So können unnötige Suchaktionen vermieden werden. In Flüssen und ausserhalb der äusseren Uferzone von 300 Metern muss für jede Person eine Rettungsweste mitgeführt werden.

Auch die Kantonspolizei Thurgau weist mit einer Informationskampagne auf die Gefahren beim Böötlen in Flüssen hin. Zum Beispiel die Thur werde gerne überschätzt: Sie ist ein Wildbach und kann sich in einen reissenden Fluss verwandeln, schreibt die Kantonspolizei Thurgau in einer Broschüre.

Im Fluss lauern Todesfallen

Ein Wehr zum Beispiel kann zur Todesfalle werden, wenn man nicht rechtzeitig auswassert. Auch die Kollision mit einem Brückenpfeiler oder mit Wiffen, Signalpfosten für Schiffe, kann schwerwiegende Folgen haben. Insbesondere Kehrwasser, das sich nach einem solchen Pfeiler bildet, kann einen Sog erzeugen und gefährlich werden. Wirbel können einen in die Tiefe ziehen. Aus einem Sog oder Wirbel kann man sich aber selbst befreien, indem man sich bis auf den Grund treiben lässt und dann seitlich abstösst – auf keinen Fall sollte man dagegen anschwimmen.

Eine weitere Gefahr in Flüssen sind Wasserwalzen. Sie entstehen dort, wo grosse Richtungsänderungen in der Strömung vorhanden sind. Zum Beispiel an Abstürzen hinter Wehren oder Wasserfällen. Das Wasser fällt dabei fast senkrecht nach unten, trifft auf die Sohle und wird dort umgelenkt.

Unter der Walze entsteht ein Rückfluss, der eine Person zurück in die Walze ziehen kann. Das Wasser dort ist meist so stark mit Luft angereichert, dass es seine Dichte verliert und einen Körper nicht mehr tragen kann. Solche Situationen sind tödlich, man kann sich in der Regel nicht mehr selbst aus dieser Lage befreien.

Flüsse können sich schnell verändern. Etwa wegen des Wetters oder wenn ein Kraftwerk Wasser abgelassen hat. Jedoch sind laut Philipp Binaghi, Mediensprecher der SLRG, einzelne Flüsse nicht kategorisch gefährlich oder ungefährlich. Entscheidend sei, wie geübt jemand ist, welches Vorwissen er hat und wie er die aktuellen Verhältnisse einschätzen kann.

Auch auf dem Kajak oder SUP braucht es eine Weste

Wer mit Kanus, Kajaks, kleinen Gummibooten, Stand-up-Paddle oder Ähnlichem ausserhalb der Uferzone von 300 Metern unterwegs ist, muss ein genormtes Rettungsmittel, zum Beispiel eine Weste, mitführen. Wer auf Flüssen unterwegs ist, sollte generell eine Schwimmweste tragen.

Wer sich mit dem Stand-up-Paddle mehr als 300 Meter vom Ufer entfernt, muss eine Schwimmhilfe dabei haben.

Wer sich mit dem Stand-up-Paddle mehr als 300 Meter vom Ufer entfernt, muss eine Schwimmhilfe dabei haben.

Bild: Urs Bucher (Arbon, 16. Juni 2018)

Stand-up-Paddles dürfen auf dem ganzen See unterwegs sein, also nicht nur in der Uferzone. Sind sie mehr als 300 Meter vom Ufer entfernt oder auf Flüssen unterwegs, müssen sie mindestens eine Schwimmhilfe mitführen, die der gesetzlichen Norm entspricht. Restube ist eine Alternative zur Rettungsweste und wird am Gürtel getragen. Mittels einer CO2-Patrone wird die Insel in wenigen Augenblicken komplett gefüllt und bietet Auftrieb.

Das SUP muss zwar nicht immatrikuliert werden, aber auf dem Brett müssen der Name und die Adresse des Eigentümers oder der Halterin gut sichtbar angebracht sein. Ausserdem wird empfohlen, eine Handynummer zu vermerken: Sollte ein besitzerloses Paddle aufgefunden werden, können so unnötige Suchaktionen vermieden werden.

Alkohol an Board: Problematisch aber nicht generell verboten

Eine Promillegrenze auf dem See oder Fluss gab es für Freizeitkapitäne nur zwischen 2014 und 2020. Seither gilt für Böötler kein maximaler Wert von 0,5 Promille Alkohol im Blut mehr. Allerdings ist es auch weiterhin nicht erlaubt, ein Schiff zu führen, wenn die Fahrfähigkeit wegen Alkohol beeinträchtigt ist. Ab welchem Promillegehalt das der Fall ist, wird nicht definiert.

Vorsicht walten lassen: Wer auf dem Wasser unterwegs ist, verzichtet besser auf Alkohol.

Vorsicht walten lassen: Wer auf dem Wasser unterwegs ist, verzichtet besser auf Alkohol.

Bild: Claudia Schildknecht

Tauchen: Immer zu zweit

Auch beim Tauchen gilt es, Sicherheitsrichtlinien zu beachten. Fürs Freitauchen ohne Sauerstoffflaschen empfiehlt die Schweizerische Lebensrettergesellschaft (SLRG), sich an diese Regeln zu halten:

Präventionsregeln fürs Freitauchen

  1. Nie alleine tauchen, Tauchkameraden überwachen.
  2. Tauchen Sie nur, wenn Sie sich wohlfühlen. Medikamente und Suchtmittel beeinflussen den Körper.
  3. Nicht mit Schwimmbrille oder Ohrpfropfen tauchen: Eine falsche Ausrüstung ist gefährlich.
  4. Vor dem Tauchen normal atmen, hyperventilieren ist lebensgefährlich.
  5. Nur an der Wasseroberfläche atmen, unter Wasser die Aufnahme von fremder Luft vermeiden.
  6. Nicht waghalsig handeln und keine Risiken eingehen.

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