«Was uns gefällt»

RORSCHACH. Der Jazzclub Rorschach gehört mit seinen erst vier Jahren zu den jungen Kulturmachern. Die Machenden dahinter sind schon etwas älter.

Michael Hug
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Wenn Jazzmusiker Jazzmusiker buchen: Andy Leumann (links) und Toni Heidegger stellvertretend für den zehnköpfigen Vorstand des Jazzclubs Rorschach. (Bild: Michael Hug)

Wenn Jazzmusiker Jazzmusiker buchen: Andy Leumann (links) und Toni Heidegger stellvertretend für den zehnköpfigen Vorstand des Jazzclubs Rorschach. (Bild: Michael Hug)

«Endlich hat Rorschach seinen eigenen Jazzclub. Reisen nach Lustenau, St. Gallen oder Zürich sind nicht mehr nötig.» So lautet seit vier Jahren die Botschaft auf der Website des Jazzclub Rorschach an die Jazzfreunde am oberen Bodensee. Erstklassige Konzerte von Swing bis Latin, von Hip-Hop bis Bebop, von Soul bis Funk seien seither auch in Rorschach zu erleben, heisst es weiter.

Grosse Namen im Programm

Wie wahr, wie wahr: Seit sich zehn wagemutige Rorschacher, wie sie sich selbst bezeichnen, daran gemacht haben, im Untergeschoss des Seerestaurants edlen Jazz und Anverwandtes zu bieten, bricht der Strom der Jazzfreunde an den Bodensee nicht mehr ab. 150 Fans kann ihr Club aufnehmen, meinen die Initianten, mehr als die Hälfte der Plätze seien noch nie unbesetzt gewesen, fügen sie stolz an.

Kein Wunder, mit Namen wie Mezzoforte, Ernie Watts oder Brian Auger hat man keine Mühe, einen Club zu füllen. Das Engagement für grosse Namen zeugt auch von Qualitätsbewusstsein der Truppe. Was der Klientel wiederum zeigt, dass auch die «kleinen» und noch unbekannteren Namen im Programm einen Besuch wert sind. «Das ist wohl das Erfolgsrezept unseres Clubs», sagt Andy Leumann.

Sein Kollege im Vorstand, Toni Heidegger, meint, dass auch die Tatsache, dass sie beide Jazzmusiker seien, eine grosse Rolle spiele beim Booking.

«Es lag in der Luft»

Gegründet ist ein Jazzlokal schnell, ob es auch besteht ist eine andere Frage. «Es lag in der Luft», erinnert sich Leumann, «es gibt viele Jazzfreunde in dieser Gegend, aber niemand hatte den Mut, etwas aufzuziehen.

Dann hatte unser Freund und Musikfan Roli Schmucki beim Umbau des Seerestaurants diese einzigartige Kellerbar entdeckt.»

Der wunderschöne Club im Untergeschoss des oft hin- und hergeschüttelten Seerestaurants war der zündende Funke für den Jazzclub Rorschach. Seit 2006 finden dort jährlich rund zwanzig Konzerte statt. Leumann: «Wir sind absolut unabhängig vom Seerestaurant und haben auch einen separaten Eingang.»

Konzerte haben ihren Preis

«Wir sind richtige Egoisten. Wir engagieren, was uns selbst gefällt», erklärt Leumann die Philosophie. «Aber unsere Konzerte haben auch ihren Preis», sagt Toni Heidegger. Jedoch alle den gleichen, egal ob ein Weltstar auftrete oder ein Newcomer. 35 Franken kostet der Eintritt, mit Clubmitgliedschaft 25 Franken.

Eine Besonderheit sind die Konzertplakate. Jedes einzelne wird vom clubeigenen Grafiker entworfen und im Format A2 gedruckt. «Auf unsere Plakate sind wir stolz», lacht Andy Leumann. Eingerahmt hängen sie in ihrem Jazzclub. Nebst dem liebevoll gestalteten Design fällt noch etwas auf: Es gibt kein einziges Werbelogo darauf. Am 23. Oktober rahmt der Jazzclub Rorschach ein weiteres Plakat ein: Dann ist Adam Holzman, Keyboarder aus New York und langjähriger Musical Director der Miles Davis Band, zu Gast in der Stadt am See.

www.jazzclub-rorschach.ch

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