Was Frauenfeld schon hat, soll im Alpstein noch werden: Ranger sollen in Zukunft die Wanderer im Auge behalten

Das Konzept von Reservatsaufsehern gibt es in der Schweiz schon lange – etwa in der Thurgauer Allmend. Nun soll dieses auch im Alpstein zum Umweltschutz beitragen.

Remo Künzler, Henrike Hoppe
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Am Auffahrtswochenende blieb viel Abfall entlang der Wanderwege liegen. Ranger sollen dies künftig verhindern.

Am Auffahrtswochenende blieb viel Abfall entlang der Wanderwege liegen. Ranger sollen dies künftig verhindern.

Bild: Facebook / Appenzell.ch

Der Einsatz von Rangern zur Sicherung des Naturschutzes soll nun auch im Alpstein Realität werden. Wie «TVO» berichtet, entwickelt eine Arbeitsgruppe ein entsprechendes Konzept, das frühestens im Herbst umgesetzt werden kann. So soll man für Besucheranstürme im nächsten Jahr besser gewappnet sein. Doch wieso braucht es Aufseher im Alpstein und wie soll das funktionieren?

Europa war im ersten Halbjahr aufgrund des Lockdowns grösstenteils lahmgelegt. Vielerorts durften Bürger ohne guten Grund kaum vor die eigene Haustür. In der Schweiz durften die Menschen mit bedingten Massnahmen trotzdem die Natur geniessen. In der Ostschweiz war unter anderem der Alpstein ein gern besuchtes Reiseziel für Jung und Alt.

Über Auffahrt zum Beispiel tummelten sich Tausende Menschen auf den Wanderrouten und hinterliessen dort Abfallberge, berichtete «TVO».

Ranger setzen sich für die Ostschweizer Natur ein

Ein Problem, dass Appenzell Tourismus schon länger bekannt ist. Es soll bereits Überlegungen gegeben haben, Ranger als Aufsichtspersonen einzusetzen. Christian Lienhard, Direktor des Hotels Hof Weissbad, griff die Idee erneut auf. Geschäftsführer von Appenzell Tourismus Guido Buob sagt dazu: «Im Zuge des Corona-Ansturms im Alpstein ist es ein berechtigter Gedanke, der nun nochmals aufgenommen wird.» Weiter fügt er an, dass man sich in Verbindung mit «Swiss Rangers» gesetzt hat, um den Naturschutz im Alpstein besser gewährleisten zu können.

Für den Verband «Swiss Rangers» sind diese Probleme nicht neu. Seit bald 100 Jahren setzen sich Ranger für den Naturschutz ein. Das Naturschutzgebiet Allmend bei Frauenfeld beaufsichtigt unter anderem der Reservatsaufseher Reinhold Müller.

«In erster Linie geht es darum, Verordnungen für das Wohl des Schutzgebiets durchzusetzen. So beispielsweise, dass Hunde an die Leine müssen oder an bestimmten Orten keine Blumen gepflückt werden dürfen», sagt Müller. Wenn Besucher sich nicht an die Regeln halten, soll man sie höflich darauf hinweisen.

«Es ist viel einfacher und schöner, mit den Gästen zu kooperieren. So entstehen kaum Probleme.»

Zurzeit sind Besucher gewissenloser

Einmal wöchentlich kontrollieren die Ranger mindestens das Gebiet, wobei Müller selbst regelmässig mehrfach die Woche durch das Schutzgebiet radelt. Nach den Lockerungen stieg auch in Frauenfeld die Besucherzahl massiv an, was den Aufsehern extrem aufgefallen ist. Mehr Abfall, weniger Rücksicht auf Wiesen oder Wege und Parkieren im Fahrverbot. Müller sagt:

«Es ist, als würde man wieder bei Null anfangen.»

Die Besucher würden das Naturschutzgebiet zurzeit weniger rücksichtsvoll nutzen. «Man befindet sich in fremden Wohnzimmern. Da kann man keinen Abfall liegen lassen und sich gewissenlos verhalten.» Umso mehr schätzt Müller jene Gäste, die sich wirklich für den Naturschutz interessieren und sich auch entsprechend verhalten.

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