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Was die HSG der Region bringt

Die Universität St. Gallen generiert laut einer hauseigenen Studie jährlich rund 200 Millionen Franken für den Grossraum St. Gallen – also fünfmal mehr, als der Kanton in die HSG investiert. Die regionale Verankerung soll noch ausgebaut werden.
Marcel Elsener
Die Wirtschaftsuniversität bemüht sich um ihr regionales Publikum – hier am Tag der offenen Tür rund um die neue Turnhalle im vergangenen September. (Bild: Ralph Ribi)

Die Wirtschaftsuniversität bemüht sich um ihr regionales Publikum – hier am Tag der offenen Tür rund um die neue Turnhalle im vergangenen September. (Bild: Ralph Ribi)

ST. GALLEN. Die Zahlen sind beeindruckend: 193 Millionen Franken beschert die HSG jährlich der Stadt St. Gallen und ihren zehn Agglomerationsgemeinden, 201 Millionen gar der Region Appenzell AR – St. Gallen – Bodensee (44 Gemeinden mit Zentrum St. Gallen). Jede fünfte Logiernacht in der Region geht auf HSG-Veranstaltungen, Weiterbildungen oder Seminare zurück, total 31 000 Nächte. Mit 2223 Beschäftigten – in umgerechnet 922 Vollzeitstellen – gehört die Universität zu den zehn grössten Arbeitgebern im Kanton; 67 Prozent der HSG-Mitarbeitenden wohnen in der weiteren Region, 50 Prozent nehmen am sozialen Leben teil und leisten pro Monat 5000 Stunden ehrenamtliches Engagement.

Solche und andere Zahlen liefert der Bericht zur regionalen Verankerung der Universität St. Gallen, der vom Institut für Systemisches Management und Public Governance (IMP-HSG) erstmals fürs Jahr 2007 verfasst und jetzt mit Daten von 2010 aktualisiert worden ist.

Geld- und andere Werte

Das erfolgreiche «Geschäftsmodell» der HSG basiere auf internationaler Ausstrahlung und regionaler Identität, sagte Rektor Thomas Bieger gestern. Gerade weil sie als Wirtschaftsuniversität spezialisiert und unter den weltbesten positioniert sei, könne sie ihrer Standortregion viel zurückgeben. Die messbare Wertschöpfung für die Agglomeration konnte gegenüber 2007 um 31 Prozent gesteigert werden und entspricht zufällig dem Gesamtbudget der HSG von 193 Millionen Franken. Davon stammt ein Fünftel (38 Millionen) vom Kanton St. Gallen; angesichts des Beitrags zum regionalen Volkseinkommen eine günstige Investition, zumal die HSG gemäss Studie die St. Galler mit 80 Franken pro Kopf schweizweit am drittwenigsten koste; Zürcher zahlten 5-, Basel-Städter 18mal so viel.

Vergleiche, die in Zeiten akuten Raumbedarfs, aber auch Spardrucks politisch hilfreich sein könnten. Dass der zweite «Regionalisierungsbericht» kurz nach Bekanntwerden der jüngsten Sparmassnahmen des Kantons erscheine, sei aber ein Zufall, sagte Bieger. Die beabsichtigten neuerlichen Einsparungen seien für die HSG «schmerzhaft, aber bei intelligenter Umsetzung verkraftbar». Die Unileitung hoffe allerdings auf Autonomie, wenn es um Begleitmassnahmen gehe: «Bei den Studiengebühren dürfen wir nicht weitergehen, sonst ist die angestrebte soziale Durchmischung dann einmal gefährdet.»

Die regionale Verankerung soll laut Bieger neu definiert werden, weil ihre angestammten Kanäle an Bedeutung verloren hätten. «Früher traf man sich automatisch im Militär oder im Verein, und die HSG stellte regelmässig auch National- und Kantonsräte.»

HSGler in Sport und Kultur

Demnach untersuchten die Studienverfasser um Regionalwirtschafts-Spezialist Roland Scherer auch den Wissensaustausch und die sozialen Engagements der Uniangehörigen. Die Beispiele reichen von Tätigkeiten als Vorstandsmitglied oder Trainer in (Sport-)Vereinen bis zu Verwaltungsmandaten in 200 Firmen und Stiftungen, bei denen HSG-Fachwissen gefragt ist. Gemäss Prorektorin Ulrike Landfester leistet die Universität auch einen Beitrag zur Verringerung des Wissensverlusts von gut Ausgebildeten (sog. Brain Drain): Immerhin blieb die Anzahl Studierender aus der Ostschweiz (23 Prozent) konstant und wohnten 11 und arbeiteten 7 Prozent der Alumni (Ehemalige) in der Region. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 hat sich die Medien-Nachfrage bei der HSG markant erhöht und ist gleichzeitig ein «Selbstverständigungsprozess» (Landfester) in Gang gekommen, der die Vielfalt der Universität zum Ausdruck bringe: «Die HSG hat nicht nur eine, sondern viele Meinungen.»

Nun soll der Austausch mit der Region weiter verstärkt werden – etwa mit Stellungnahmen im Format «HSG live» und Kooperationen für den Kongressstandort. Schliesslich soll der «HSG-Campus vermehrt als öffentlicher Begegnungsraum dienen», heisst es.

Broschüre und vollständiger Bericht unter www.unisg.ch/region

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