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Ein roter Teppich führt in den Arboner Seeparksaal - und damit in den Backstage-Bereich. (Bilder: Donato Caspari)

Ein roter Teppich führt in den Arboner Seeparksaal - und damit in den Backstage-Bereich. (Bilder: Donato Caspari)

Was auf den Wunschzetteln von Grönemeyer und Co. steht – hinter den Kulissen des Summerdays-Festivals

Damit das Summerdays reibungslos über die Bühne geht, braucht es viele helfende Hände und vor allem eins: einen guten Plan. Ein Blick in den Backstage-Bereich.
Linda Müntener

Die Türe zur Garderobe wird schnell zugezogen. Einen Blick in Grönemeyers Privaträume erhaschen wir nicht. Dafür steht die Türe nebenan offen. Catering. Im hinteren Bereich stapeln sich Gemüsekisten, an der Wand hängen Einkaufslisten. Grüntee, ein Entsafter und Humus müssen bereitstehen, wenn sich der Künstler hier in ein paar Stunden auf seinen Auftritt am Summerdays-Festival vorbereitet. Eine Mitarbeiterin schmunzelt. «Das ist noch nicht alles. Die Liste ist 40 Seiten lang.»

Im Catering-Bereich stapeln sich die Gemüse- und Früchtekisten.

Im Catering-Bereich stapeln sich die Gemüse- und Früchtekisten.

Es ist früher Freitagabend in Arbon. Während die ersten Besucherinnen und Besucher aufs Festivalgelände im Seepark strömen, wird hinter den Kulissen schon seit Stunden gearbeitet. Der Seeparksaal dient als Backstage-Bereich. Ein roter Teppich führt in die Mehrzweckhalle.

Die Künstler ziehen sich im Seeparksaal zurück

Garderoben, Toiletten, Büros und Catering sind hier untergebracht. «Das ist eine Win-Win-Situation», sagt Produktionsleiter Stefan Breitenmoser. Für die Veranstalter sei es günstiger, den Saal zu mieten, als die ganze Infrastruktur aufzubauen. Und die Künstlerinnen und Künstler schätzten es, sich ein paar Hundert Meter vom Trubel entfernt zurückziehen zu können. Im Esssaal ist schon das Buffet mit warmen Speisen aufgebaut. Nur ein Fernseher, auf dem die Konzerte live übertragen werden, erinnert daran, dass wir uns hier auf einem Festival-Gelände befinden.

Warme Speisen gibt's am Buffet.

Warme Speisen gibt's am Buffet.

Die Garderoben sind mit weissen Wänden voneinander abgetrennt, hell und geräumig. Die einen mögen's eher schlicht, bei den anderen brauchen die Crewmitglieder fast einen halben Tag, bis alles eingerichtet ist. So oder so halten sich die Künstler meist weniger als eine Stunde in ihren Räumen hinter den Kulissen auf, sagt Breitenmoser.

Sie mag es eher schlicht: die Garderobe von Bonnie Tyler.

Sie mag es eher schlicht: die Garderobe von Bonnie Tyler.

Bis zur Bühne fährt sie ein Shuttle. «Ein paar wenige gehen auch zu Fuss.» Dort gibt es einen zweiten, kleineren Backstage-Bereich wo die Musikerinnen und Musiker kurz vor ihre Auftritt noch einmal in sich gehen können.

Stefan Breitenmoser organisiert auch den Transport vom Hotel zum Gelände. Dass in Arbon zur Sommerzeit nur wenige Hotelzimmer frei seien, stelle die Veranstalter jedes Jahr vor eine logistische Herausforderung. Drei-Stern-Hotels gebe es zwar ein paar in der Region, wollen die Stars aber exklusiver übernachten, muss man auf Hotels in St.Gallen oder Zürich ausweichen. Bei den Schweizer Künstlern gestaltet sich die Unterbringung einfacher – sie fahren nach dem Auftritt wieder nach Hause.

Die Zeiten der Extrawünsche sind vorbei

Der Mann hinter der Bühne: Produktionsleiter Stefan Breitenmoser.

Der Mann hinter der Bühne: Produktionsleiter Stefan Breitenmoser.

Stefan Breitenmoser ist seit Jahren im Geschäft und arbeitet in gleicher Funktion unter anderem auch für das Open Air St.Gallen. Die Zeiten, in denen Künstler ausgefallene Extrawünsche hatten, seien vorbei, sagt er. «Es steht vielleicht ein Rioja auf der Liste. Früher wurden auch noch ein bestimmter Jahrgang und das Anbaugebiet verlangt.» Wer heute übertriebene Anforderungen stelle, gelte in der Öffentlichkeit als überheblich. Das wollten Künstler und Management vermeiden. Hinzu komme – auch vor dem Hintergrund der Klimadebatte – ein neues Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit.

Gleichzeitig seien die Veranstalter heute oft konsequenter als früher. Das Summerdays etwa setzt auf regionale Produkte. Oder wie Stefan Breitenmoser sagt:

«Auch wenn auf der Wunschliste ein Becks steht, stellen wir Schüga auf den Tisch.»

Beim Mineralwasser werde ebenfalls nur eine Marke serviert. «Wir kaufen kein extra Fiji-Wasser mehr.»

Hinter der Bühne hat alles seine strikte Ordnung

Stefan Breitenmoser ist während des Summerdays verantwortlich für den Ablauf im Bühnen- und Künstlerbereich, vom Transport bis zur Unterbringung. Rund 40 Mitarbeitende zählt sein Team, hinzu kommen die Bühnenarbeiter, die sogenannten Stagehands. Diese richten gerade die Instrumente für Procol Harum ein, als Breitenmoser hinter die Bühne führt. Soundcheck.

Nicht mehr lange bis zum Auftritt: Zeit für den Soundcheck.

Nicht mehr lange bis zum Auftritt: Zeit für den Soundcheck.

Gitarren, Keyboards oder Schlagzeug-Sticks bringen die Bands in der Regel selber mit. Alles was mehr Platz braucht – etwa Verstärker und Bassboxen – mieten die Veranstalter fürs Konzert. Diese Geräte werden kistenweise ausgeladen und hinter die Bühne getragen. Alles hat eine strikte Ordnung, «sonst kommt man hier irgendwann nicht mehr durch».

Im Van werden die Bildschirme überwacht. (Bild: Donato Caspari)Im Van werden die Bildschirme überwacht. (Bild: Donato Caspari)
Die Instrumente werden kistenweise angeliefert. (Bild: Donato Caspari)Die Instrumente werden kistenweise angeliefert. (Bild: Donato Caspari)
Soundcheck auf der Summerdays-Bühne. (Bild: Donato Caspari)Soundcheck auf der Summerdays-Bühne. (Bild: Donato Caspari)
Die Bühnenarbeiter packen die Instrumente aus und bauen sie auf. (Bild: Donato Caspari)Die Bühnenarbeiter packen die Instrumente aus und bauen sie auf. (Bild: Donato Caspari)
Der Ton muss stimmen. (Bild: Donato Caspari)Der Ton muss stimmen. (Bild: Donato Caspari)
Und auch die Gitarren werden gestimmt. (Bild: Donato Caspari)Und auch die Gitarren werden gestimmt. (Bild: Donato Caspari)
Ein Arbeitsplatz auf Rädern und eine Schatzkiste voller Erinnerungen. (Bild: Donato Caspari)Ein Arbeitsplatz auf Rädern und eine Schatzkiste voller Erinnerungen. (Bild: Donato Caspari)
Für die Special Effects: Diese Gasflaschen kommen beim Auftritt von Mark Forster zum Einsatz. (Bild: Donato Caspari)Für die Special Effects: Diese Gasflaschen kommen beim Auftritt von Mark Forster zum Einsatz. (Bild: Donato Caspari)
Singen mit Seesicht: Alles bereit für den Auftritt. (Bild: Donato Caspari)Singen mit Seesicht: Alles bereit für den Auftritt. (Bild: Donato Caspari)
11 Bilder

Hinter der Bühne des Summerdays-Festivals

Die Herausforderung wartet am Samstag

Das Team ist eingespielt. Das muss es vor allem am Samstag sein, denn es steht «der wohl strengste Tag in der Summerdays-Geschichte» an, sagt Breitenmoser. Der deutsche Sänger Mark Forster und seine Entourage reisen mit fünf Tourbussen an. Hinzu kommt das Material für die anderen Bands. Sechs Sattelschlepper und einen Lastwagen erwartet der Produktionsleiter. So viel wie noch nie. Das braucht Platz. Und einen guten Plan.

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