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Warum die Vorarlberger in die Ostschweiz kommen

Viele Wege und Gründe führen Vorarlberger in unsere Region. Die einen erholen sich hier und geniessen die Aussicht auf ihr Ländle. Die anderen kommen wegen der Arbeit. Und wieder andere sind gekommen, um zu bleiben.
Katharina Brenner
Über die Grenze zur Arbeit fahren, vom Hohen Kasten ins Ländle blicken, mit dem Velo nach Rorschach fahren, das Theater St.Gallen und den Walter Zoo besuchen und zum Einkaufen in den Rheinpark – darum kommen Vorarlberger in die Ostschweiz (im Uhrzeigersinn). (Bild: SGT)

Über die Grenze zur Arbeit fahren, vom Hohen Kasten ins Ländle blicken, mit dem Velo nach Rorschach fahren, das Theater St.Gallen und den Walter Zoo besuchen und zum Einkaufen in den Rheinpark – darum kommen Vorarlberger in die Ostschweiz (im Uhrzeigersinn). (Bild: SGT)

Zum Laufen und Velofahren

Wer am Dreiländermarathon am Bodensee teilnimmt, läuft vier Kilometer auf Schweizer Boden. Im vergangenen Jahr haben 102 Vorarlberger die Strecke bestritten. Die Ostschweizer Kantone zusammen kamen auf 60 Marathonläufer. Nicht nur zu Fuss, auch mit dem Velo führt es Vorarlberger in die Ostschweiz. Rorschach gilt als beliebtes Ausflugsziel am Ende einer Tour durchs Rheintal. Und wie andere Touristen und Ausflügler schätzen auch Vorarlberger den Seealpsee und die Ebenalp.

Zum Arbeiten

Im Kanton St.Gallen haben vergangenes Jahr 6517 Grenzgänger aus Vorarlberg gearbeitet und 229 aus anderen Teilen Österreichs. Innerrhoden hat aktuell 53 Grenzgänger aus Vorarlberg und 4 aus anderen Landesteilen. Ausserrhoden zählt die Vor­arlberger nicht, dafür aber 228 Grenzgänger aus Österreich. Im Thurgau sind es 240.

Zum Einkaufen

Die Zeiten, in denen im Euroland alles deutlich günstiger war, sind vorbei. Das spürt auch der Rheinpark in St.Margrethen. «Bei uns hören wir wieder mehr Hochdeutsch und Vorarlberger Dialekt», sagte der Leiter des Einkaufszentrums vor kurzem. Auswärtige Kundschaft bezahle in Franken, das Wechseln lohne sich wieder. Gute Nachrichten gab es neulich für die Ostschweizer Möbelbranche: Die Ikea-Pläne in Lustenau wurden auf Eis gelegt. Bisher wandern jährlich 7,4 Millionen Euro aus Vorarlberg in Schweizer Möbelhäuser. Der Anteil österreichischer Kunden im Ikea St.Gallen sei in den vergangenen beiden Jahren deutlich gewachsen, heisst es auf Anfrage.

Zum Hinüberschauen

Ein beliebtes Ausflugsziel bei Vorarlbergern in der Ostschweiz ist der Hohe Kasten. Warum? Weil sie von dort die schönste Sicht aufs Ländle haben. Zum Baden Das Mineralbad St.Margrethen gilt Vorarlbergern als «magischer Ort». Der Grund: Auf ihrer Seite des Rheins gibt es nichts Vergleichbares. Das Strandbad Diepoldsau am östlichsten Zipfel der Ostschweiz ist bei unseren Nachbarn ebenfalls beliebt: 40 Prozent der Gäste kommen aus Vorarlberg.

Zum Sehen und Hören

Zwischen 500 und 600 Österreicher besuchen jährlich das Theater St.Gallen. Dort vermutet man, dass die Spielzeit 2017/2018 deutlich mehr Gäste aus Vorarlberg angelockt hat als üblich. Als Saisonrenner gilt das Tanzstück «Schlafes Bruder», das auf dem Roman des Vorarlberger Schriftstellers Robert Schneider basiert. Und das Orchester, das in der Lok­remise «Der Zaubertrank» begleitete, bestand aus Instrumentalisten des Vorarlberger Landeskonservatoriums. Als regelmässige und treue Gäste gelten Vorarlberger im Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen und beim Open Air St.Gallen.

Zum Tierebestaunen

Tiger wie in Gossau gibt es in Vorarlberg nicht. Vielleicht ist der Walter-Zoo deshalb sehr beliebt bei unseren Nachbarn. Aber nicht nur im Zoo schauen sie sich gerne Tiere an: Von allen St.Galler Messen ist «Tier und Technik» bei Österreichern die beliebteste.

Zum Wohnen

Manche Vorarlberger kommen, um zu bleiben. Wie viele es sind, erfassen Ostschweizer Statistiker nicht, dafür die Zahl der Österreicher insgesamt. In Innerrhoden leben 119, in Ausserrhoden 623, im Thurgau 1816 und im Kanton St.Gallen 7718.

Warum wir zu ihnen gehen

Zum Ferienmachen
Im Montafon, im Bregenzer­- wald und in Bludenz/Brand sind 20 Prozent der Gäste Schweizer.

Zum Einkaufen
Neben Touristen in Feriengebieten sind viele Ostschweizer Einkaufstouristen. Gemeinsam mit Liechtensteinern haben Schweizer 2017 über 100 Millionen Euro im Ländle ausgegeben.

Zum Sehen und Hören
Vorarlberg bietet ein breites ­Kulturangebot. Im Kunstmuseum Bregenz machen Schweizer 40 Prozent der Gäste aus und ­gemeinsam mit Liechtensteinern 13 Prozent der Seebühnen-Gäste.

Zum Arbeiten und Wohnen
Die Hochrechnung unterschätze die Zahl der Einpendler, heisst es bei der Vorarlberger Statistikstelle: Gerade mal 33 Grenzgänger aus der Schweiz gab es in Vorarlberg Ende 2016 demnach. Deutlich höher ist die Zahl der Schweizer, die aktuell im Ländle leben: 1713. (kbr)

Zu Besuch in Vorarlberg

Die Redaktorinnen und Redaktoren des Ressorts Ostschweiz haben ihren Arbeitsplatz für eine Woche nach Vorarlberg verlegt. Von dort aus berichten sie über Menschen, Wirtschaft und Kultur unserer so unbekannten wie faszinierenden Nachbarn – auf dass sie uns ein Stück näher rücken.

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