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Kommentar

St.Galler Ständeratswahlen: Warum Benedikt Würth die bessere Wahl ist

Im Kampf um den freien St.Galler Ständeratssitz spricht alles für einen Sieg von CVP-Kandidat Benedikt Würth. Für den Kanton St.Gallen wäre das ein Vorteil.
Andri Rostetter
Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Wer politische Überraschungen mag, dürfte am 19. Mai enttäuscht werden. Bei den Ersatzwahlen für den Ständerat hat CVP-Kandidat Benedikt Würth nach wie vor die besten Karten – schon rein rechnerisch. Im ersten Wahlgang am 10. März holte er 12000 Stimmen mehr als die Zweitplatzierte Susanne Vincenz-Stauffacher.

Die FDP-Kandidatin erzielte zwar ein respektables Resultat. Für einen Sieg im zweiten Wahlgang dürfte es dennoch nicht reichen. Im Gegenteil: Der Umstand, dass sich die Grünen aus dem Rennen genommen haben, hilft vor allem Würth. Wählerinnen und Wähler links der Mitte, die ihre Stimme im ersten Wahlgang Patrick Ziltener gaben, werden eher die CVP unterstützen als die FDP.

Ein weiterer Nachteil für die FDP: SVP-Mann Mike Egger wird erneut einen Teil der Stimmen im rechten Spektrum abschöpfen. Darüber hinaus wird Egger, der in der ersten Runde unter den Erwartungen blieb, im zweiten Wahlgang kaum zulegen, zumal er nicht einmal in der SVP-Basis bedingungslose Unterstützung geniesst. Es spricht also alles für Würth. Doch ist er auch der richtige?

In diesem Wahlkampf war immer wieder von angeblichen Sitzansprüchen die Rede. Die CVP erhebt Anspruch auf den Sitz, weil sie ihn 2011 verloren hat. Die FDP erhebt Anspruch, weil sie ihn mit Karin Keller-Sutter bis vor kurzem besetzte. Die SVP erhebt Anspruch, weil sie sich angesichts ihres Wähleranteils im Ständerat untervertreten sieht. Das ist reines Wahlkampfgerede. So etwas wie Sitzansprüche gibt es in einer Ständeratswahl nicht. Hier geht es um Personen und nicht um Quoten und Parteienproporz. Daraus folgt auch, dass dieser Sitz nicht zwingend den Frauen gehört. Genau das behauptet aber die FDP. Unbestritten ist, dass die Frauen im Ständerat deutlich unterrepräsentiert sind.

Mit Blick auf die Zahl der zurücktretenden Ständerätinnen könnte sich dieses Missverhältnis trotz vielversprechender Frauen-Kandidaturen in anderen Kantonen noch verschärfen. Auch wenn das unerfreulich ist, lässt sich daraus kein genereller Sitzanspruch ableiten. Es ist keine gewagte Behauptung: Wäre die CVP als einzige Partei mit einer Frau angetreten, hätte die FDP garantiert kein Wort über die Frauenvertretung verloren.

Davon abgesehen hat sich Susanne Vincenz-Stauffacher in diesem Wahlkampf für höhere politische Weihen in Stellung gebracht. Wenn im Kanton demnächst gewichtige Ämter zu besetzen sind, dürfte die 52-jährige Juristin ein Wörtchen mitreden. Für die Nationalratswahlen hat sie sich jedenfalls eine vielversprechende Ausgangslage erarbeitet. Das dürfte auch die St. Galler FDP freuen. Die Partei leidet unter chronischem Frauenmangel, auch mit dem Nachwuchs tut sie sich schwer. Zu lange hat sich die FDP im Glanz Keller-Sutters gesonnt. Vincenz-Stauffacher kommt da wie gerufen.

Und Benedikt Würth? Der 51-Jährige ist die Verkörperung der politischen Solidität. Seit 1996 politisiert er spektakel- und skandalfrei für die CVP, zuerst als Kantonsrat, dann als Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, jetzt als Regierungsrat und Präsident der Kantonsregierungskonferenz.

Klar, auch Würth macht Fehler, fährt Niederlagen ein. Alles in allem ist der 51-Jährige aber ein sicherer Wert. Nicht von ungefähr war er auch als möglicher Bundesratskandidat im Gespräch. In diesen Kreis wird nur aufgenommen, wer eine saubere politische Weste hat und erstklassig vernetzt ist.

In der zweiten Kategorie zieht Vincenz-Stauffacher eindeutig den Kürzeren. Sie ist zwar seit Jahren in der Verbands- und Parteipolitik aktiv, 2018 schaffte sie den Sprung in den Kantonsrat. Im Direktvergleich mit Würth bringt sie aber zu wenig politisches Gewicht auf die Waage. Genau darauf ist der Kanton St.Gallen aber angewiesen. Die Ära Rechsteiner-Keller-Sutter hat es gezeigt: In Bundesbern ist Einfluss nach wie vor die wichtigste Währung.

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