War es ein Luchs, der zwei Schafe gerissen hat?

Auf einer Weide bei Salenstein sind zwei Schafe gerissen worden. Ob ein Luchs der Übeltäter ist, klärt nun das Tierspital Bern ab.

Kathrin Fahrni
Merken
Drucken
Teilen
Der Luchs wird seit Jahren in der Schweiz wieder angesiedelt. (Bild: ky)

Der Luchs wird seit Jahren in der Schweiz wieder angesiedelt. (Bild: ky)

SALENSTEIN. Erwin Schenk besitzt rund 100 Mutterschafe und je nach Saison ebenso viel Lämmer. Eine seiner Herden ist im Winterlager beim Schlossgut Eugensberg ob Salenstein einquartiert. Am Montag, 29. November, fand Schenk bei einem Kontrollgang ein totes Schaf. Es wies Verletzungen an der Brust auf. Schenk nahm an, dass ein wildernder Hund dafür verantwortlich war. «Ich verzichtete auf eine Anzeige. Einen Hund findet man sowieso nie», sagt Schenk.

Der zweite Schlag

Er hatte die Geschichte bereits abgehakt. Doch beim Kontrollgang vom 5. Dezember sahen er und seine Frau auf derselben Weide einen Luchs. Etwa 15 Meter seien sie an ihn herangekommen, dann verschwand das Tier. Er habe den Luchs leider nicht fotografieren können. Schenk informierte aber die Jagd- und Fischereiverwaltung in Frauenfeld. Amtschef Roman Kistler hörte nicht zum erstenmal vom Luchs. «Es hat verschiedene glaubwürdige Beobachtungen aus dem Gebiet Seerücken zu einem Luchs gegeben. Doch ein Foto oder ein eindeutiger Riss fehlen», sagt er.

Als auf der Weide beim Schloss Eugensberg nur Tage später, am 10. Dezember, ein weiteres Schaf tot aufgefunden wurde, liess Schenk das Tier in Absprache mit der Jagdverwaltung liegen. Diese stellte Kameras auf, der Luchs sollte in eine Fotofalle tappen.

Lama gegen Luchs

Man hoffte, der Luchs kehre zur Beute zurück, um von ihr zu fressen – vergebens. Am letzten Dienstag sind die Kameras und das tote Schaf weggebracht worden. Das Schaf wird nun im Tierspital Bern untersucht. Für eine DNA-Analyse habe es zu viel geregnet, sagt Kistler, die Spuren seien vermutlich verwaschen. Aber die Spezialisten versuchen, die Rissspuren zu definieren. Ein Ergebnis wird in den nächsten Tagen erwartet.

Schenk überlegt sich jetzt, die Weide zusätzlich zu sichern und seine beiden Lamas einzusetzen. «Die laufen jedem Eindringling so lange nach, bis sie ihn beschnuppern können», erklärt er. Das ginge vielleicht auch dem Luchs auf den Geist.