Wandertipp: Batöni, das «Island der Ostschweiz»

Diese rund dreistündige Wanderung führt vom beschaulichen Weisstannental zur Wasserfallarena Batöni und wieder zurück. Im imposanten Talkessel, wo sich gleich drei Wasserfälle über Felswände hinabstürzen, fühlt man sich beinahe wie in Island.

Claudio Weder
Drucken
Teilen
10 Bilder

Infobox

Start: Weisstannen
Ziel: Weisstannen
Strecke: 8,5 km
Wanderzeit: 3 h 10 min
Aufstieg: 584 m
Abstieg: 584 m
Ausrüstung: gutes Schuhwerk erforderlich, die Wanderung ist nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: In Weisstannen. Unterwegs sind keine Einkehrmöglichkeiten vorhanden.
Parkplätze: In Weisstannen.
Öffentlicher Verkehr: Von Mels fährt ein Bus nach Weisstannen. Kartenmaterial: Landkarte: 1:25000, Blatt: 1155 Sargans, 1175 Vättis. (wec)

1 Weisstannen Wer Island-Feeling sucht, muss dafür nicht unbedingt in ein Flugzeug steigen. Denn die Gegend Batöni, die in der Ferienregion Heidiland liegt, bietet vieles, wofür manche Abenteurer eine weite Reise auf sich nehmen würden. Im besagten Talkessel, auf 1534 Metern über Meer, fliessen gleich fünf Bäche zusammen, drei davon stürzen sich als imposante Wasserfälle – die zwischen 86 und 45 Metern hoch sind – über steile Klippen in die Tiefe.

Die «Wasserfallarena», wie der Ort auch genannt wird, erreicht man am einfachsten von Weisstannen aus, einem kleinen Dorf im beschaulichen Weisstannental. Zu diesem gelangt man entweder mit dem Bus von Mels aus oder mit dem Auto (Parkplätze vorhanden). Ob mit Bus oder Auto - die Fahrt auf der schmalen Bergstrasse bietet einen kleinen Vorgeschmack auf die abenteuerliche Wanderung, die im Anschluss folgt.

2 Sässli Vom Dorfzentrum folgt man der ausgeschilderten «Route des Staunens» nach Batöni. Gleich zu Beginn geht es zur Sache: Die ersten 20 Minuten sind schweisstreibend, doch gewinnt man im Nu an Höhe. Der Weg führt in Serpentinen durch den Wald und über eine steile Waldlichtung. Beim Sässli angekommen, hat man den anstrengendsten Teil der Wanderung bereits hinter sich, das sonnige Plateau, auf dem sich die beiden Alphütten befinden, lädt zum Verweilen ein.

Von nun an führt der Weg in angenehmer Steigung der rechten Talseite entlang, weit unten hört man den Gufelbach rauschen, in der Ferne winkt bereits der erste Wasserfall. Nachdem man das letzte Waldstück hinter sich gelassen hat, erreicht man in wenigen Minuten die Wasserfassung Gufelbach, die hier das Wasser der Wasserfallarena durch Druckstollen zum Gigerwaldstausee leitet. Man passiert die Wasserfassung und folgt dem Weg auf der gegenüberliegenden Talseite hinauf nach Batöni.

3 Batöni Inmitten des Kessels steht ein riesiger Felsblock, an dem Informationstafeln und Wegweiser hängen. Der Talkessel ist eindrücklich, die drei Wasserfälle, die von den Felswänden hinunterdonnern, erinnern an Island. Und irgendwie auch ans Lauterbrunnental. Wer die Wasserfälle noch aus einer anderen Perspektive betrachten möchte, steigt am besten in Richtung Lavtinasattel auf.

Nach rund 150 Höhenmetern findet man einen hervorragenden Aussichtspunkt, von dem aus sich alle drei Wasserfälle gut fotografieren lassen. Ebenso ist es möglich, vom Felsblock im Talkessel auf die gegenüberliegende Talseite, in Richtung Heidelpass, aufzusteigen. Dabei ist jedoch Schwindelfreiheit von Vorteil, denn dieser Weg führt über eine 2018 eingeweihte, rund 50 Meter lange Hängebrücke.

4 Sässli / Weisstannen Sobald man aus dem Staunen raus ist, verlässt man die Batöni Wasserfallarena wieder in Richtung Tal. Auf dem selben Weg geht es in gut anderthalb Stunden nach Weisstannen zurück.

Mehr zum Thema

Wandertipp: Arboner Rundwanderung zum Reinbeissen

Von den Obsthainen am Bodensee bis zum Mosterei- und Brennereimuseum der Firma Möhl: Diese Wanderung folgt dem Apfel von der Plantage bis ins Glas. Sie ist auch für Familien geeignet.
Sheila Eggmann