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Wandelbare Räume sollen Lernideen an der HSG beflügeln

Der japanische Architekt Sou Fujimoto hat seine Vision für das HSG Learning Center in St. Gallen präsentiert. Pädagogisch blieb er erfrischend unkonkret. Denn wie das Lernen in einigen Jahren aussieht, soll bewusst nicht diktiert werden.
Michael Hasler
Architekt Sou Fujimoto erläutert an der Alumni-Konferenz in St. Gallen seine Ideen fürs neue HSG Learning Center. (Bild: Urs Bucher)

Architekt Sou Fujimoto erläutert an der Alumni-Konferenz in St. Gallen seine Ideen fürs neue HSG Learning Center. (Bild: Urs Bucher)

Erstaunlich, auch rund ein halbes Jahr nach der Bekanntgabe, dass Sou Fujimoto den Architekturwettbewerb für das HSG Learning Center auf dem Rosenberg gewann, haben sich keine kritischen Fronten gegen das visionäre Projekt erhoben. Visionär deshalb, weil Fujimoto zwar sein ­filigran-ästhetisches Gebäude minutiös entwickelt hat, nicht aber dessen finales Nutzungskonzept. Oder wie es der japanische Architekt und Professor der Universität Kyoto unmittelbar nach seinem Vortrag an der Alumni-Konferenz in St. Gallen ausdrückt: «Ich weiss wirklich nicht, wie das Lernen in zehn Jahren in diesem Gebäude aussieht. Ich hoffe, überhaupt nicht so, wie ich das erwarte.» Konkret am «Open Grid», wie das Konzept genannt wird, ist vor allem seine Abkehr vom Bisherigen. Wer klassische, mitunter überstylte Klassenzimmer erwartet oder hochkonzen­trierte Bibliotheksräumlichkeiten, wird jene vergeblich suchen. Stattdessen sollen die mehrdimensional angelegten Raster (Grids) maximale Flexibilität bei viel Klarheit und Strukturiertheit zulassen. Konkret können Aussen- und Innenwände verschoben werden, Räume also für verschiedenste Lernsettings von Kleingruppenräumen bis zu Konferenzlounges verändert werden.

Abkehr vom reinen Dozieren

Alles zielt hier auf eine Abkehr vom klassischen Frontalunterricht – dem reinen Dozieren – ab. Stattdessen soll der Raum Verführer und Inspiration zugleich sein. Vor allem aber ein physischer Ort, der Lernende interdisziplinär zusammenführt. Ein Ort, an dem sich Lernende – mitunter auch zufällig – in verschiedene menschliche Netzwerke ein- und ausloggen können.

Das «Open Grid»-Konzept ist für die HSG nichts weniger als ein Quantensprung, weil es die Frage anstösst, wie Lernen und Lehren möglicherweise in einigen Jahren aussieht und jenes nicht einfach diktiert. Vielmehr wollen die Verantwortlichen das Lernen mit allen Beteiligten in einem wunderbar wandelbaren Raum entwickeln. Und so vielleicht die zweite spannende Frage beantworten, inwiefern Architektur und Päd­agogik in Beziehung stehen. Auch Bernadette Dilger, Professorin für Wirtschaftspäd­agogik, will an diesem Nachmittag noch kein konkretes didaktisches Konzept vorstellen. «Die Entwicklung startet erst jetzt, und wir freuen uns sehr, das Wissen aus der Forschung und die Ideen der Lernenden, Lehrenden und aller Beteiligten in Workshops zusammenzuführen.»

Nicht mehr von dem, was es schon gibt

Der Begriff des Quantensprungs fällt auch bei Bernadette Dilger, ganz natürlich, als sie über die Weiterentwicklung philosophiert. «Wir wollten nicht mehr von dem, was wir schon haben, also konzentriertes Einzellernen. Auch wir wissen nicht, wie das Lernen in zehn Jahren an der HSG genau aussieht, haben aber Ideen, was zentral sein könnte.» In der Konzeptbroschüre reflektiert sie unter anderem über kritisches Denken, wertorientiertes Handeln und Empathie.

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