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Waldbrandgefahr: Kanton St.Gallen erhöht Gefahrenstufe auf «erheblich»

Der Kanton St.Gallen hat die Waldbrandgefahr in Teilen des Kantons auf die Stufe «erheblich» gesetzt. Dies habe aber keine direkten Massnahmen zur Folge, sagt Jörg Hässig vom kantonalen Forstamt.
Tim Naef
Im vergangenen Jahr galt in weiten Teilen der Ostschweiz ein absolutes Feuerverbot; soweit ist es 2019 noch nicht. (Bild: Benjamin Manser)

Im vergangenen Jahr galt in weiten Teilen der Ostschweiz ein absolutes Feuerverbot; soweit ist es 2019 noch nicht. (Bild: Benjamin Manser)

Wer seinen Cervelat im Freien bräteln will, muss in den nächsten Tagen noch besser aufpassen. Der Kanton St.Gallen stuft die Waldbrandgefahr in Teilen des Kantons auf «erheblich» ein. Dies betreffe vor allem den Südosten des Kantons, sagt Jörg Hässig vom kantonalen Forstamt.

Die Beurteilung habe er am Dienstagmorgen vorgenommen. Die nächste Einschätzung folge am Donnerstag, die übernächste am Montag. «Dann können wir auch genauere Angaben zum 1. August machen.»

Hässig betont, dass die Stufe «erheblich» noch nicht zwingend Massnahmen zur Folge hat. «Es ist ein Hinweis, damit die Menschen noch vorsichtiger sind, wenn sie im Freien Feuer entfachen.»

Kanton St.Gallen als Spezialfall

Anders sieht das in anderen Kantonen der Schweiz aus. Luzern, Ob-, Nidwalden und Uri haben beispielsweise ein bedingtes Feuerverbot für das ganze Kantonsgebiet erlassen. Das bedeutet, dass nur noch in fest eingerichteten Feuerstellen ein Feuer entfacht werden.

Quelle: Kanton St.Gallen

Quelle: Kanton St.Gallen

Ein solches kantonales Verbot wäre aktuell in St. Gallen schwierig, so Hässig. «Im Gegensatz zu anderen Kantonen gibt es grosse topografische und wetterbedingte Unterschiede.» Deshalb werde die Situation nicht nur kantonal sondern auch regional beurteilt.

Weitere Hitzetage folgen

Zumindest in den nächsten Tagen, dürfte sich die Situation weiter verschärfen. Der Kanton St.Gallen schreibt in einer Information zur Waldbrandgefahr: «Auf das warme und trockene Wochenende folgen weitere heisse Tage.» Es würden Temperaturen bis zu 34 Grad Celsius erwartet. Die Waldbrandgefahr steige deshalb weiter an und «ist im südöstlichen Teil des Kantons erheblich». Deshalb sei an gut besonnten und windigen Stellen beim Feuern grosse Vorsicht geboten.

Stufe 2 im Kanton Thurgau

Auch im Kanton Thurgau hat man ein waches Auge auf die Trockenheitssituation und die damit entstehende Waldbrandgefahr. Diese befindet sich im Thurgau auf Stufe zwei von fünf. Es lasse sich nicht ausschliessen, dass auch dieses Jahr ein Feuerverbot für den Kanton erlassen werden müsse, heisst es in einer amtlichen Mitteilung.

Mit einem totalen Feuerverbot wie im Jahr 2018 rechnen die Behörden im Thurgau aber nicht. Wahrscheinlicher sei ein Feuerverbot in Wald und in Waldesnähe.

Ähnlich wie im Kanton St.Gallen wollen sich die Behörden im Hinblick auf den 1. August noch nicht zu weit vorwagen. Komme es aber zu einem Feuerverbot in Wald und Waldesnähe, wäre Feuerwerk mit einem Mindestabstand von 200 Metern zum Wald trotzdem erlaubt. «Gemeinden, die einen Funken in Waldesnähe planen, sollten sich vielleicht zur Sicherheit eine Alternative überlegen.»

Gefahrenstufen:

Gering

Entstehung: Kleine Feuer können nicht ganz ausgeschlossen werden. Es braucht dazu jedoch eine grosse Energiezufuhr. Blitzschläge verursachen kaum einen Brand.

Ausbreitungsgeschwindigkeit: generell langsam.

Charakteristik: Boden- bzw. Lauffeuer, keine Baumkronen betroffen, Humusschicht nicht verbrannt.

Bekämpfung: Waldbrand leicht zu löschen.

Verhaltenshinweise: Zigaretten, Raucherwaren und Feuerzeuge nicht sorglos wegwerfen.

Mässig

Entstehung: Spontane Feuer können lokal entstehen. Blitzschläge verursachen nur selten einen Flächenrand.

Ausbreitungsgeschwindigkeit: langsam bis mittel.

Charakteristik: Boden- bzw. Lauffeuer, nur selten Baumkronen betroffen, Humusschicht nicht oder wenig verbrannt.

Bekämpfung: Waldbrand normalerweise leicht zu löschen

Verhaltenshinweise: Zigaretten, Raucherwaren und Feuerzeuge nicht sorglos wegwerfen. Grillfeuer immer beobachten und Funkenwurf sofort löschen.

Erheblich

Entstehung: Brennende Streichhölzer und Funkenflug eines Grillfeuers können einen Brand entfachen.

Ausbreitungsgeschwindigkeit: in offenem Gelände gross, im Wald mittel.

Charakteristik: Humusschicht wird teilweise verbrannt, einzelne Kronenbrände möglich.

Bekämpfung: Waldbrand nur mit modernen Geräten und Fachpersonal zu löschen.

Verhaltenshinweise: Grillfeuer nur in bestehenden Feuerstellen entfachen. Feuer immer beobachten und Funkenwurf sofort löschen. Die Anweisungen der lokalen Behörden unbedingt befolgen.

Gross

Entstehung: Brennende Streichhölzer, Funkenflug eines Grillfeuers und Blitzschläge entfachen sehr wahrscheinlich ein Feuer.

Ausbreitungsgeschwindigkeit: auch im Wald gross.

Charakteristik: Heisse Bodenfeuer mit Übergreifen auf Kronen von Einzelbäumen, Flugfeuer möglich, Humusschicht verbrennt.

Bekämpfung: Waldbrand schwierig und aufwändig zu löschen.

Verhaltenshinweise: Generell keine Feuer im Freien. Fest eingerichtete Feuerstellen (betonierter Boden) können an von den Behörden bezeichneten Stellen mit aller Vorsicht benutzt werden. Auch fest eingerichtete Feuerstellen dürfen nicht benutzt werden! Kein Feuer bei starkem Wind! Die Anweisungen (Feuerverbote) der lokalen Behörden unbedingt befolgen.

Sehr gross

Entstehung: Ausbruch von Bränden jederzeit möglich.

Ausbreitungsgeschwindigkeit: über lange Zeit sehr hoch.

Charakteristik: Sehr heisse Feuer, grossflächige Kronenfeuer, Flugfeuer über grosse Distanzen.

Bekämpfung: Waldbrand kaum zu löschen.

Verhaltenshinweise: Keine Feuer im Freien! Die Anweisungen und Feuerverbote der lokalen Behörden unbedingt befolgen!

Absolutes Feuerverbot

Das Feuern im Wald und Waldesnähe ist absolut verboten. (Behördliche Anordnung)

Verhaltenshinweise: Auch fest eingerichtete Feuerstellen dürfen nicht benutzt werden!

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