Wahlschlappe für die SVP in St.Gallen

ST.GALLEN/WIL. Im Gerichtskreis St.Gallen sind am Wochenende alle Kandidaten gewählt worden – ausser zwei SVP-Anwärtern. Um das letzte Richteramt kommt es zu einem zweiten Wahlgang. In Wil wird Stefan Haltinner neuer Gerichtspräsident.

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Kampf um Gerichtspräsidium: Dominik Weiss und Stefan Haltinner. (Bild: TB-Archiv)

Kampf um Gerichtspräsidium: Dominik Weiss und Stefan Haltinner. (Bild: TB-Archiv)

Nach dem Ja des Volks zum neuen Gerichtsgesetz ist die Justizreform auf Kurs: Am 30. November wurden in den sieben neu organisierten Wahlkreisen die Richter für die Amtsdauer 2009 bis 2015 gewählt. Zu Kampfwahlen kam es einzig in den Wahlkreisen Wil und St.Gallen.

Bei der Wahl ans Kreisgericht St.Gallen machte ein Bisheriger den Parteien, die mit einer gemeinsamen Liste antraten, einen Strich durch die Rechnung. Fredi Bruni, parteiloser Laienrichter, hatte ebenfalls seine Kandidatur eingereicht und verhinderte eine stille Wahl.

Seit 18 Jahren Laienrichter
Mit 12'125 Stimmen liess Bruni alle fünf Kandidaten der SVP hinter sich. Der pensionierte Handelslehrer ist seit 18 Jahren Laienrichter. Nicht gewählt sind Ivo Kuster und Claudia Martin; sie verpassten das absoluten Mehr von 11275 Stimmen.

Damit legt die SVP im Gerichtskreis St.Gallen nur einen statt der geplanten drei Sitze zu. Das 32. Richtermandat muss in einem
2. Wahlgang am 8.Februar 2009 besetzt werden.

Stefan Haltinner gewählt
Im Gerichtskreis Wil kam es zwischen Stefan Haltinner (parteilos), Präsident des Gerichtskreises Untertoggenburg-Gossau, und Dominik Weiss (CVP), Präsident des Gerichtskreises Alttoggenburg-Wil zu einer Kampfwahl.

Haltinner setzt sich mit 8682 Stimmen gegen Weiss, der 6708 Stimmen erhielt, durch und ist neuer Kreisgerichtspräsident. Das absolute Mehr betrug 7740 Stimmen. (sda)