St.Galler SP eröffnet Wahlkampf mit Hammer und roten Pflöcken

Am Samstag ist die SP auf dem St.Galler Marktplatz offiziell in den Nationalratswahlkampf gestiegen. Mit roten Pflöcken.

Reto Voneschen
Merken
Drucken
Teilen
Rote Pflöcke und heiteres Gelächter: Wahlkampfauftakt bei der St.Galler SP. (Bild: Urs Bucher)

Rote Pflöcke und heiteres Gelächter: Wahlkampfauftakt bei der St.Galler SP. (Bild: Urs Bucher)

Symbolik durfte beim Auftakt zum Wahlkampf von Genossinnen und Genossen nicht fehlen: Die sechs Kandidatinnen und sechs Kandidaten der SP-Nationalratsliste schlugen zu Füssen des Vadian-Denkmals einige rote Pflöcke ein. Dies als Sinnbild für ihre verschiedenen Forderungen im Wahlkampf für eine gerechtere Gesellschaft.

SP strebt Kurskorrektur in der Bundespolitik an

Die SP will bei den kommenden nationalen Wahlen die rechtsbürgerliche Mehrheit im Bundeshaus brechen. Es sei höchste Zeit für einen Wandel, sagte dazu SP-Kantonalpräsident Max Lemmenmeier am Samstag in St.Gallen. Die Interessen der Vielen müssten unbedingt wieder an die Stelle von Partikularinteressen träten. Die SP kämpfe für dieses Ziel, sie sei ausdrücklich eine Partei für alle.

Die wieder antretenden SP-Nationalrätinnen Claudia Friedl (St.Gallen) und Barbara Gysi (Wil) sowie die Kandidierenden Bettina Surber (St.Gallen) und Ruedi Blumer (Gossau) stellten die Wahlkampfthemen der SP vor. Dazu gehören «Arbeit und Ausbildung für alle», «Klima retten – Arbeitsplätze schaffen», «Gleiche Chancen und Respekt für alle» oder auch bezahlbare Krankenkassenprämien für die ganze Bevölkerung.

Aufgefallen ist bei der Vorstellung der Forderungen VSC- Schweiz-Präsident Ruedi Blumer. Er fand beim Stichwort «Rücksicht auf die Schwächsten der Gesellschaft nehmen» tatsächlich ein Beispiel aus dem Verkehr: Wenn Baustellen-Absperrungen aufgestellt würden, sei die Reihenfolge der Prioritäten heute völlig falsch. Statt dabei am meisten Rücksicht auf Motorfahrzeuge zu nehmen und alles auf sie auszurichten, müsse die Reihenfolge heissen Fussgänger, Velofahrer und Autos als stärkste Verkehrsteilnehmer am Schluss, forderte Blumer.

Ein Flyer mit Forderungen und Kandidierenden

Parteisekretär Guido Berlinger stellte beim Aufgalopp zum Nationratswahlkampf den SP-Flyer vor. Das A3-Faltblatt zeigt auf der roten Vorderseite unter dem Slogan «St.Gallen für alle» eine idealisierte Zeichnung des Kantons. Diese nehme die Wahlkampfthemen der SP auf und solle zeigen, dass sie eine Partei für alle sei. Die Rückseite ist den Kandidierenden für den Nationalrat sowie Ständerat Paul Rechsteiner gewidmet.

Ein Wahlkampfauftakt im öffentlichen Raum birgt Risiken. Neben einer interessiert herumtrippelnden Stadttaube zeigte sich dieses am Samstag in Form eines motzenden Passanten («Geschwafel!»). Ein anderer erkundigte sich ob der beherzt den Hammer schwingenden Nationalrätin Claudia Friedl danach, ob diese denn auch eine Sichel zur Vervollständigung eines alten sozialistischen Emblems dabei habe. (vre)