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WAFFENHANDEL: Degersheimer gehört zu internationalem Waffenring

Eine intensive Zusammenarbeit zwischen der Schweiz, Frankreich, Österreich und Deutschland führte zur Zerschlagung eines international tätigen Waffenhandels. Auch der Kanton St.Gallen ist betroffen. Der Verdächtige aus Degersheim ist wieder auf freiem Fuss.
280 Waffen stellte die Kantonspolizei St.Gallen bei einem Degersheimer fest. (Bild: Kapo SG)

280 Waffen stellte die Kantonspolizei St.Gallen bei einem Degersheimer fest. (Bild: Kapo SG)

Dieser Artikel erschien zuerst am 7. März 2018 auf FM1-Today.

Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich. Die Polizei hat einen international organisierten Waffenhandel zerschlagen. Nach Ermittlungen französischer und deutscher Polizeien wurden seit Juli 2017 in Vorarlberg Erhebungen wegen grenzüberschreitenden Waffenhandels durch das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung gemacht. Der Fall steht in Verbindung zum 61-Jährigen Degersheimer, bei dem Ende 2017 rund 280 Waffen, weit über 100'000 Schuss Munition sowie über eine Million Franken in Bar gefunden worden waren.

Zum Schweizer Aspekt der Geschichte teilt die St.Galler Staatsanwaltschaft mit, dass der Beschuldigte in der Zwischenzeit aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. Die Staatsanwaltschaft stehe mit den österreichischen Behörden in Kontakt. Aus ermittlungstaktischen Gründen erteile die Staatsanwaltschaft derzeit keine weiteren Auskünfte.

Zehn Personen in Österreich festgenommen

Die sichergestellten Waffen aus Österreich. (Bild: LVT Vorarlberg)

Die sichergestellten Waffen aus Österreich. (Bild: LVT Vorarlberg)

In Vorarlberg wurden sieben Tatverdächtige ermittelt. Zwei davon wurden festgenommen. In Wien konnte man eine Person ausmachen, in Niederösterreich zwei. Im Zuge von neun Hausdurchsuchungen wurden im November 2017 in Vorarlberg 26 Faustfeuerwaffen, sechs Langwaffen und über 200 Kilo Munition sichergestellt. In Niederösterreich wurden mehr als 100 Lang- und 21 Faustfeuerwaffen, über 100 Stichwaffen, sowie tausende Schuss Munition sichergestellt.

Tatverdächtige aus Lustenau und Bregenz

Bei den Hauptverdächtigen handelt es sich um einen 35-jährigen Mann aus Lustenau, einen 76-jährigen Mann aus Bregenz sowie einen 44-jährigen Mann aus Niederösterreich. Gegen weitere Waffenkäufer wird wegen illegalen Waffenbesitzes ermittelt. Alle Tatverdächtigen werden nach Abschluss der Ermittlungen der zuständigen Staatsanwaltschaft auf freiem Fuss zur Anzeige gebracht. Bis jetzt gebe es keine Hinweise, dass in Österreich sichergestellte Waffen für Straftaten verwendet wurden. Die Polizei geht davon aus, dass die weiteren Ermittlungen noch über mehrere Monate andauern werden. Die Tatverdächtigen wurden mit einem vorläufigen Waffenverbot belegt.

Waffenhändler von Degersheim dabei

Auch in Deutschland wurden im Zuge von acht Hausdurchsuchungen elf Pistolen, etwa 1500 Schuss Munition und Bargeld von den dortigen Behörden unter Federführung der Kriminalpolizeiinspektion Rottweil sichergestellt. Die zwei Hauptbeschuldigten wurden festgenommen. Weitere Aktionen der französischen und Schweizer Polizeibehörden verliefen ebenso erfolgreich. (lpv/saz)

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