Vorwurf der Pädophilie hat sich nicht erhärtet

ERLEN. Die beiden Hauswarte der Schule Erlen sind unschuldig. Dies teilte die Schulbehörde gestern in einer Medienmitteilung und einem Brief an die Eltern mit. Die Staatsanwaltschaft hat «in beiden Fällen eine Nichtanhandnahmeverfügung» erlassen.

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ERLEN. Die beiden Hauswarte der Schule Erlen sind unschuldig. Dies teilte die Schulbehörde gestern in einer Medienmitteilung und einem Brief an die Eltern mit. Die Staatsanwaltschaft hat «in beiden Fällen eine Nichtanhandnahmeverfügung» erlassen. Dies bedeutet, dass keine Strafuntersuchungen eingeleitet werden. «Folglich waren keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten gegeben. Damit sind beide Mitarbeiter rechtlich völlig unbescholten», teilt die Behörde mit.

Freistellung wegen E-Mails

Sie hatte die beiden Hausmeister vor zweieinhalb Monaten freigestellt. Während der Sommerferien hatte die Schule anonyme E-Mails erhalten, in denen schwere Vorwürfe erhoben wurden. Einer der Hauswarte stand im Verdacht, sexuelle Handlungen mit Kindern getätigt zu haben, beim anderen ging es um Pornographie. Die Schule äussert sich zum Inhalt der Untersuchung nicht.

Die Schulbehörde hatte Strafanzeige gegen die beiden Hauswarte eingereicht. Die Ermittler fanden keine Beweise, die die Vorwürfe belegt hätten. «Die Tatbestände haben sich nicht bewahrheitet», sagt Stefan Haffter, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Thurgau. Schulbehörde und Schulleitung betonen: «Wir sind beruhigt, dass sich die Vorwürfe nicht erhärtet haben.»

Die Untersuchungen hätten bestätigt, dass die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler jederzeit vollumfänglich gewährleistet war. «Die Schule ist sehr erleichtert, dass die beiden Hausmeister unbescholten sind», sagt Herbert Wyss, der als Krisenmanager engagiert worden ist. Die Freistellung und die Ermittlungen seien für die beiden und ihre Familien eine hohe Belastung gewesen. Die beiden Hauswarte werden ihre Arbeit nächste Woche wieder aufnehmen.

Aus dem Umfeld der Schule?

Noch nicht geklärt ist, wer die anonymen E-Mails verschickt hat. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Sollte der Täter gefasst werden, könnten ihm verschiedene Handlungen zur Last gelegt werden: Verleumdung, üble Nachrede, Beschimpfung oder falsche Anschuldigung. Der Täter muss mit einer Geldstrafe oder gar einer Freiheitsstrafe rechnen.

Herbert Leherr, Leitender Arzt des Bereichs Forensik der Psychiatrischen Dienste Thurgau, vermutet, dass der Täter aus dem Umfeld der Schule stammt. «Es handelt sich wahrscheinlich um einen Menschen, der sich ungerecht behandelt fühlt, oder der gekränkt wurde.» Der Täter sei sich sicher bewusst, dass er den Hauswarten schade. (ist)