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VORWÜRFE: Wegen Tierquälerei vor Gericht

Eine Tierhalterin aus Mels muss sich vor dem Kreisgericht wegen mehrfacher vorsätzlicher Tierquälerei verantworten. Es könnten Verbindungen zum Fall Hefenhofen bestehen.
Reinhold Meier
Ein Fall erwiesener Tierquälerei: Das Militär sicherte im August 2017 die Pferde von Hefenhofen. (Bild: KEY/Ennio Leanza)

Ein Fall erwiesener Tierquälerei: Das Militär sicherte im August 2017 die Pferde von Hefenhofen. (Bild: KEY/Ennio Leanza)

Reinhold Meier

ostschweiz

@tagblatt.ch

Der Fall eines Pferdehalters, der in Hefenhofen 93 Pferde unter tierquälerischen Umständen gehalten hatte, machte im vergangenen August landesweit Schlagzeilen. Im Zuge der weitreichenden Ermittlungen zeichneten sich schon bald auch Verbindungen nach Mels und auf die Bündner Alp Dürrboden ab. An beiden Orten sollen Pferde des Tierquälers eingestellt worden sein, der bereits 2011 einschlägig verurteilt worden war. Im Fall von Mels lag das für die Beschuldigten auch deshalb nahe, weil es sich bei der dortigen Pferdehalterin nach Medienrecherchen um die Freundin des mutmasslichen Haupttäters handelt.

Die heute 33-jährige Frau hatte oberhalb des Dorfes einen Pferdehof geführt und therapeutisches Reiten angeboten. Nun muss sie sich den Vorwurf der mehrfachen vorsätzlichen Tierquälerei gefallen lassen. Die Anklage wirft ihr namentlich vor, dass sie während eines halben Jahres fünf der neun Pferde ungenügend ernährt habe. Dies belege eine Untersuchung des kantonalen Amtes für Veterinärwesen. Dabei wurde ein Gewichts-Index zugrunde gelegt, der von «0» bis «5» reicht, wobei «3» den gesunden Mittelwert eines korrekt ernährten Tieres beziffert.

Bei den amtlichen Untersuchungen wiesen jedoch drei Tiere einen Gewichtswert von nur «1» auf, zwei weitere sogar von bloss «0», was als «ausgeprägte Unterernährung» bei sich abzeichnenden Knochen zu verstehen ist. Die Tiere erschienen abgemagert und ungepflegt, wie der als Privatkläger fungierende Kantonstierarzt laut Anklageschrift festhält. Damit habe die Halterin nicht nur gegen das Tierschutzgesetz, sondern auch gegen mehrere Paragrafen der Tierschutzverordnung verstossen. Der besagte Augenschein wurde im Februar 2016 durchgeführt, also lange bevor der Fall Hefenhofen öffentlich wurde.

Mist, Enge und Nässe

Ferner wird der Frau vorgeworfen, dass sie nicht für die nötigen Raumverhältnisse gesorgt habe. So habe sie die neun Pferde in lediglich sechs Boxen gepfercht, so dass der von Gesetzes wegen geforderte persönliche Liegeplatz pro Tier nicht zur Verfügung stand. Hinzu komme, dass sechs der Pferde auf einer zehn Zentimeter hohen, nassen Mist-Stroh-Schicht gelegen hätten, statt auf einer sauberen und trockenen, wie es vorgeschrieben ist. Entsprechend verfügten die Tiere über nasse Fellstellen. Verdächtig erschien ferner, dass offenbar unmittelbar vor der Kontrolle der nasse Mist bloss kosmetisch mit frischem Stroh abgedeckt worden war. Zuletzt hat sich die Frau auch dafür zu verantworten, dass die Boxengrösse nicht ausreichend bemessen war. So traf die Behörde drei Ponys in einer Gruppenbox an, die so eng konstruiert war, dass die Tiere weder eine Ausweich- noch eine Rückzugsmöglichkeit hatten. Ähnlich war es in einer zweiten Gruppenbox, die zwei weiteren Pferden keinen Rückzugsraum boten.

Beschuldigte dispensiert, Prozess verschoben

Es kam hinzu, dass die Frau während mindestens drei Monaten nicht über den notwendigen Sachkundeausweis verfügte, der zur Pferdehaltung vorgeschrieben ist. Sie hatte anscheinend auch keine fachliche Ausbildung besucht. Das kantonale Untersuchungsamt fordert neben dem Schuldspruch eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 40 Franken, bedingt auf zwei Jahre. Ferner soll die Frau eine Busse über 400 Franken zahlen sowie die Kosten des Verfahrens tragen.

Nachdem die Beschuldigte einen Urteilsvorschlag im August 2017 abgewiesen hatte, wurde alsbald Anklage erhoben. Die auf den kommenden Montag angesetzte Verhandlung muss nun aber ausfallen, weil sich die Angeklagte mit Verweis auf ein Arztzeugnis hat dispensieren lassen. Ein neuer Prozesstermin dürfte bald angesetzt werden, voraussichtlich für März oder April.

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