Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Entscheide selbst, wann meine Zeit abgelaufen ist»: St.Galler SVP-Kantonsrat Güntzel lehnt Rücktritt nach homophoben Äusserungen ab

Die Jungen Grünen haben den St.Galler Kantonsrat Karl Güntzel wegen homophober Äusserungen zum Rücktritt aufgefordert. Der SVP-Politiker winkt ab.
Daniel Walt
In der Kritik: Der St.Galler SVP-Kantonsrat Karl Güntzel. (Bild: Regina Kühne)

In der Kritik: Der St.Galler SVP-Kantonsrat Karl Güntzel. (Bild: Regina Kühne)

«Güntzel gehört in die Steinzeit und nicht ins Parlament»: Die Jungen Grünen schiessen in einem Communiqué scharf gegen SVP-Kantonsrat Karl Güntzel. Auslöser ihrer Aktion: Güntzel hatte am Dienstag im Kantonsrat für einen Eklat gesorgt. Als es ums Thema familien- und schulergänzende Kinderbetreuung ging, sagte Güntzel an die Adresse des homosexuellen FDP-Regierungsrats Martin Klöti, er sei «ein bisschen hellhörig geworden, als Klöti von beiden Elternteilen sprach. Man sollte darüber reden, was man kennt, und nicht darüber, was man nicht kennt.»

Der 68-Jährige erntete darauf Buhrufe und den Vorwurf, eine homophobe Äusserung getätigt zu haben.

«Durfte von Annahme der Entschuldigung ausgehen»

Dass die Jungen Grünen nun seinen Rücktritt als Kantonsrat fordern, nimmt Karl Güntzel zur Kenntnis. Martin Klöti sagte am Mittwoch im Kantonsrat: «Es war gut, dass wir uns zu diesem Thema geäussert und gezeigt haben, wie nahe die Grenze ist zu Verletzungen – selbst in unserer liberalen Gesellschaft. Dass wir das so überwunden haben, freut mich.» Damit habe er von der Annahme seiner Entschuldigung ausgehen dürfen, womit die Angelegenheit für ihn erledigt gewesen sei, führt Karl Güntzel weiter aus.

Er müsse es aber akzeptieren, wenn es Leute gebe, die fänden, dass die Sache mit seiner Entschuldigung nicht ausgestanden sei, sagt Karl Güntzel weiter. Ein Rücktritt ist für ihn allerdings kein Thema:

«Ich entscheide selbst, wann meine Zeit im Kantonsrat abgelaufen ist – oder dann tut das der Wähler.»

«Ich verstehe und bedauere»

«In meinem Bekanntenkreis gibt es diverse Homosexuelle – in welchem nicht?», erklärt Karl Güntzel auf eine entsprechende Frage. Seine umstrittene Aussage will er im Hinblick auf die Kinderlosigkeit Martin Klötis und nicht auf dessen Homosexualität getätigt haben, zumal es um Kinderbetreuung gegangen sei. Güntzel sagt:

«Ich verstehe und bedauere aber, dass man meine Aussage auch anders interpretieren konnte.»

Mit Klöti selbst hatte Güntzel seit dem Vorfall noch keinen persönlichen Kontakt. Er werde bei Gelegenheit mit ihm aber gerne über das, was passiert sei, sprechen. Und wenn nötig auch in seiner Fraktion Fragen dazu beantworten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.