Vorwürfe gegen SVP-Präsident in «Auto-Affäre»

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Beschaffungswesen Der St. Galler SVP-Präsident Walter Gartmann reichte im Juni im Kantonsparlament einen Vorstoss ein, in welchem er den Kauf von Autos für die Staatsverwaltung kritisierte: Der Kanton kaufe über einen «Wald- und Wiesenhändler», welcher vorwiegend aus dem Ostblock Autos importiere, fünf neue Autos. Diese seien ­bereits 2016 in Serbien eingelöst worden. Damit brüskiere der Kanton das «regionale Fach­gewerbe», schreibt der Melser SVP-Politiker. Die Regierung hat den Vorstoss noch nicht beantwortet. Wie der «Blick» schreibt, hat Gartmann ein Interesse an der Sache, das über die Politik ­hinausgeht: Der Auftrag des ­Kantons sei ans Autocenter Mels gegangen. Dies zeigten Kauf-, Import- und Verzollungspapiere. Gleich neben diesem Autocenter liegt die Seeztal-Garage. Diese wiederum gehört zur Maxa Group, deren Verwaltungsratspräsident Walter Gartmann ist. Marcel Kalberer, Chef der Seeztal-Garage, ist laut «Blick» ­Gartmanns Schwager. Auf der Webseite der Maxa Group ist er als Verwaltungsrat genannt. Kalberer hatte das Vorgehen des Kantons beim Autokauf in einem früheren Artikel von «20 Minuten» als «fragwürdig» kritisiert.

«Günstig offerieren braucht etwas Arbeit»

Pascal Gattlen, Chef des Autocenters, das den Zuschlag erhielt, wollte sich gemäss «Blick» zunächst nicht zum Thema äussern. «Hier im Dorf waren die Meinungen schnell gemacht», sagte er. Besonders gestört habe ihn jedoch die «unfaire Art» Gartmanns. «Um günstig offerieren zu können, braucht es ein bisschen Arbeit. Wir haben die gemacht und die Autos auf dem freien Markt gesucht.» Laut «Blick» waren die Autos der Marke Skoda für den serbischen Markt bestimmt. Sie wurden in Tschechien produziert und via Deutschland in die Schweiz importiert.

Walter Gartmann sagte gegenüber «Blick», er kenne den Autocenter-Chef nicht persönlich. «Ich habe von einer Privatperson vom Skoda-Kauf erfahren.» Ausserdem habe er «nur Fragen gestellt». Mehr Auskünfte wollte er mit Verweis auf die Kantonsratssession im September nicht geben. (red)