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VORSTOSS: Regierung verteidigt Englisch

Geschichtsunterricht auf Englisch stärke die Allgemeinbildung der Schüler, lautet die Antwort der St. Galler Regierung auf eine Einfache Anfrage, die diesen kritisierte.

Immersion, also der Unterricht eines Fachs wie etwa Geschichte in einer Fremdsprache, habe neben der Sprachförderkomponente eine wesentliche allgemeinbildende Funktion. Dies schreibt die St. Galler Regierung in ihrer Antwort auf eine Einfache Anfrage von Kantonsrat Max Lemmenmeier (SP). Lemmenmeier fragte nach dem Sinn eines Geschichtsunterrichts in Englisch an der Kantonsschule. Ob stattdessen nicht besser die Kompetenzen in Deutsch gestärkt werden sollten. Zudem fragte der SP-Kantonsrat, ob die Lernziele im Fach Geschichte erreicht würden, wenn in Englisch unterrichtet werde (Ausgabe vom 15. Mai). Die Regierung antwortet nun zwar nicht auf Englisch, aber mit reichlich Fachchinesisch. Kostprobe: Der Sinn der Immersion sei, dass die Schüler «mittels der fremden Sprache und durch intensivierten Sprachvergleich Einsichten in unterschiedliche Perspektiven (zum Beispiel nationalkulturelle Diskurse)» erhielten. Dadurch entstehe für sie «ein Zugewinn an perspektivischer Flexibilität und Reflexivität», was einem «Kernbestand von Allgemeinbildung in der heutigen Gesellschaft» entspreche.

Das Fach Geschichte eigne sich dafür in besonderem Masse, ist die Regierung überzeugt. Denn dieses Fach erfordere «ein geschärftes Bewusstsein» für die Feinheiten der Sprache. Dies könne auch auf Englisch «gezielt trainiert» werden.

Für besonders Leistungswillige

Allerdings sieht auch die Regierung den Immersionsunterricht eher für «besonders leistungswillige und -fähige» Schüler geeignet. Diese Unterrichtsform müsse deshalb eine selektive, freiwillige Begabtenförderung bleiben. Schüler sollten also auch künftig wählen können, ob sie eine mono- oder eine bilingual unterrichtete Klasse besuchen wollten. Dies sei schon deshalb wichtig, weil es auch Schüler gebe, die «nicht überdurchschnittlich sprachaffin sind».

Dass es sinnvoll sei, am Immersionsunterricht festzuhalten, begründet die Regierung zu- dem mit Blick in die Zukunft: Sie werde geprägt sein durch «kulturelle Hybrität, sprachliche Diversität, technologische Quantensprünge und weiter zunehmende Internationalität». Dies erfordere die Fähigkeit, sich mit anderen Positionen differenziert auseinandersetzen zu können – und zwar immer öfter gerade auch «im Medium des Englischen als Weltsprache».

Richard Clavadetscher

richard.clavadetscher@tagblatt.ch

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