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VORSTÖSSE: Kosten für Betreuung senken

Die Fraktionen von CVP/GLP und SP/Grüne fordern eine günstigere Kinderbetreuung. Aber ihre Ansätze unterscheiden sich.

Die Fraktionen von CVP/GLP und SP/Grüne im St. Galler Kantonsrat haben in der Junisession je einen Vorstoss zu den Angeboten für die Kinderbetreuung eingereicht. Die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung hatte zuletzt immer wieder im Fokus gestanden. So zeigte eine im April veröffentlichte Analyse, dass das Angebot im Kanton St. Gallen zwar stark ausgebaut wurde, dass es aber noch immer unter dem Schweizer Durchschnitt liegt.

«Die Kosten für die Kinderbetreuung sind im internationalen Vergleich sehr hoch», stellt nun die CVP-GLP-Fraktion fest. Als einen der Gründe vermutet sie, dass «auch die Gestehungskosten für die Infrastruktur über dem Durchschnitt liegen». Wenn der Staat die Kinderbetreuung wirklich fördern wolle, dann müssten die Rahmenbedingungen angepasst werden, fordert die CVP-GLP-Fraktion. Das heisse, dass die Standards beim Betreuungspersonal und bei der Infrastruktur «flexibilisiert und gelockert» werden müssten. Auf jeden Fall solle vermieden werden, «dass für die Kinderbetreuung Tertiärabschlüsse notwendig werden».

Eltern übernehmen 61 Prozent

Auch die SP-Grüne-Fraktion kritisiert die finanziellen Hürden: Im Kanton St. Gallen würden heute durchschnittlich 61 Prozent der Vollkosten eines Betreuungsplatzes von den Eltern bezahlt, wird im Vorstoss vorgerechnet.

Die Regierung habe zwar für 2018 einen Bericht mit Verbesserungsvorschlägen angekündigt: Doch nun gebe es einen neuen Entscheid: Kantone und Gemeinden könnten über die kommenden fünf Jahre hinweg von einer Anstossfinanzierung in der Höhe von 100 Millionen Franken profitieren. Damit stelle sich die Frage, «welche unverzüglichen Anstrengungen notwendig sind, um Bundesgelder abholen zu können».

Mit diesen Mitteln könnten die Betreuungskosten für Eltern mit Kindern im Vorschulalter gesenkt oder mehr Betreuungsangebote für die Schulferien oder längere Kita-Öffnungszeiten ermöglicht werden, zählt die SP-Grüne-Fraktion auf.

Die Regierung muss nun zu den verschiedenen Fragen Stellung nehmen, die in den beiden Vorstössen aufgeworfen worden sind. (sda)

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