Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Massenhaft Wiesenchampignons in der Ostschweiz - doch Vorsicht vor dem bösen Zwilling

Seit rund einer Woche spriessen auf allen möglichen Grünflächen massenhaft Wiesen-Champignons. Neben diesen schmackhaften Pilzen findet sich aber ein Doppelgänger, mit dem nicht zu spassen ist.
Valentina Thurnherr
Links ist der bekömmliche Wiesenchampignon abgebildet, rechts der tödliche Frühlings-Knollenblätterpilz. (Bild: Getty, PD)

Links ist der bekömmliche Wiesenchampignon abgebildet, rechts der tödliche Frühlings-Knollenblätterpilz. (Bild: Getty, PD)

Wie heisst es so schön: Sie schiessen wie Pilze aus dem Boden. Diese Redewendung wird gerne als Metapher benutzt. Momentan darf sie ausnahmsweise aber wörtlich genommen werden. Nach den Regentagen in der letzten Woche schossen sogenannte Wiesen-Champignons, auch Feldegerlinge genannt, massenhaft aus dem Boden. Auf Instagram und Facebook waren unzählige Beiträge und Fotos von stolzen Hobby-Pilzsammlern zu finden, die ihre selbstgekochten Gerichte posteten.

Dass der Wiesen-Champignon ausserdem bereits letztes Jahr zum Pilz des Jahres 2018 ernannt wurde, ist laut Judith Vogler, Vorstandsmitglied des Vereins für Pilzkunde St. Gallen, aber wohl eher ein Zufall. «Der Wiesen-Champignon wächst vor allem nach kurzen Regenperioden in besonders heissen und trockenen Sommern», sagt Vogler. Auch 2003 sei dies schon der Fall gewesen. «Nach den vergangenen Regentagen hatten wir sehr viele Leute, die mit Wiesen-Champignons zu uns gekommen sind», sagt Vogler, die auch als Pilzkontrolleurin arbeitet. Momentan seien auch vermehrt wieder Steinpilze dabei. «Davor gab es allerdings fast gar keine Pilze.» Der Feldegerling sei ausserdem einer der wenigen Pilze, der nicht in Symbiose mit den Bäumen lebe. «Ihn findet man meist mitten auf einer Wiese.» Geschmacklich sei er dem uns bekannten Champignon, den man in fast allen Läden kaufen kann, sehr ähnlich.

Bei einer Verwechslung spielt man mit dem Leben

In Acht nehmen sollte man sich vor den Doppelgängern der Wiesen-Champignons. Das sind einerseits der Karbol-Champignon, der nach Phenol riecht und damit schon eine eindeutige Warnung absondert. Andererseits ist es der Frühlings-Knollenblätterpilz, dessen Lamellen an der Unterseite immer weiss gefärbt sind im Gegensatz zu den rosafarbenen des Wiesen-Champignons. Während der Karbol-Egerling in den schlimmsten Fällen zu Erbrechen führt, kann der Verzehr eines Knollenblätterpilzes tödlich enden. «Dieser Pilz ist eigentlich sehr schmackhaft», sagt Vogler. «Wenn man ihn also isst, merkt man nicht, dass es sich um einen Giftpilz handelt.» Die Symptome treten erst acht bis zwölf Stunden nach dem Verzehr auf. «Dann ist es meist zu spät, weil sich das Gift bereits im Körper ausgebreitet hat.» Die heutigen Medikamente können in einzelnen Fällen helfen. Je länger die Symptome jedoch ausbleiben, desto wahrscheinlicher endet der Pilzkonsum tödlich. Bei einem Erwachsenen reichen dafür 50 Gramm, bei Kindern bereits fünf bis zehn Gramm.

Kontrolle ist immer besser

Vogler rät jedem, der nicht viel Erfahrung hat, seine gesammelten Pilze einem Kontrolleur zu zeigen. «Sonst spielt man unter Umständen mit seinem Leben.» Wer Interesse habe, solle sich am besten einem Pilzverein anschliessen und sich entsprechende Bücher kaufen. «Ein guter Einstieg sind die Röhrlinge. Diese sind am einfachsten abzugrenzen», sagt Vogler. Für die Pilzkontrolleure sei es zudem hilfreich, wenn man von einer Sorte einen grossen und einen kleinen Pilz mitbringt. «So können wir am einfachsten bestimmen, zu welcher Gattung er gehört».

Sie habe schon oft erlebt, dass Sammler mit ganzen Ladungen gekommen seien und am Ende nur zwei, drei Exemplare wieder mitnehmen konnten. «In so einer Situation ist die Enttäuschung immer gross. Deswegen empfehlen wir von jeder Sorte nur ein bis zwei Exemplare mitzubringen, damit man dann weiss, welche man pflücken kann.» Wichtig sei ausserdem, die Pilze in einem Korb, in Papier- oder Stofftaschen zu sammeln. «Im Plastik verfaulen sie schon nach kurzer Zeit.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.